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psilocix

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1

Sonntag, 29. Januar 2012, 09:42

Psis Gedankenkarussell

Gesammelte Werke, von alt nach neu.

***

Dauerhaft negative Energie
Um mich strahlend,
an den Wänden abprallend,
sich brechend,
multiplizierend
auf mich einströmend

Maschinensalven gleich,
wie magisch angezogen,
magnetisch,
geladene
Antimaterie

Von einer Quelle absorbiert
Gebündelt
an mich adressiert und
abgesandt

Kein ausweichen
getroffen
aufgenommen und akzeptiert
verschlossen
verinnerlicht

Bald ein Teil von mir
Einem schwarzen Loch gleich,
sich ausdehnend,
sich selbst
mich verzehrend

Unvergänglich
wird sie sich befreien
noch über meine Existenz hinaus
und sich auf die Seelen derer legen
Die nicht vergessen

Weil Schmerz nicht verloren gehen kann.


Frühjahr 2005


***

Ungedanken

Unwirkliche,
unheimliche Unmöglichkeiten
untermauern Untaten,
unrealistische Unterstellungen,
unsichere Un-Wege
unterwegs.
unabwendbar -
Untergang


Herbst 2005

***

Kalter Himmel

gestochen scharfe Farben auf nebelhaftem Grund,
verschwimmen
in sich verschoben.

die Realität zieht sich zurück.
fern von mir,
nach außen wie nach innen
frei-
schwebend.

Schwerelosigkeit,
zügellos,
verirrt im
luftleeren Raum.

Farbnegative im Vakuum
in sich gekehrt,
abgeschlossen,
den Schlüssel weggeworfen.
in Freiheit ausgesperrt
aus diesem Leben.

Blicke ich hinauf in den
kalten Himmel,
fern wie alles um mich,
künstlich verfremdet
in gebrochener Wahrnehmung.

isoliert – desorientiert - allein


Herbst 2005


***

Konjunktivsche Mutationen

Was wäre wenn...
...die Welt, bestehend
aus Zeitfragmenten,
aufgeteilt,
und wenn wir,
so im Rückblick sehend,
an manchem nicht vorbeigeeilt -
als Ort des Ganzen wirklich möglich ist?

Hätten wir, was wir nie gekannt, vermisst?

Was wäre wenn...
...der Mensch nicht blind wär’,
stumm, dumpf und taub,
weil selbstbestimmt
er alten Schmerz vor
Hoffnung wählte, weil er
in Einfalt, Starrsinn sicher annimmt,
dass er dort draußen diese Kreaturen kennt?

Wo er sich selbst ein Rätsel, uneinschätzbar nennt.

Was wäre wenn...
...nicht dies und das geschehen,
den alten Ängsten neuer
Schrecken wär’ geboren?
Was hätten wir,
was hätte ich verloren?
Was ich nicht so dem Nichts geopfert,
der Dunkelheit geschenkt hab?

Was läg’ dort noch, in ihrem unermesslich tiefen Massengrab?

Was wäre wenn...
...nicht diese Fragen wären?
Nicht ‚wenn’, nicht ‚falls’,
was wäre wenn es ist ?
Wenn doch die Zukunft nicht
vergangen ist?
Vergangen, wie einst alles sein wird,
egal ob wir uns fragen oder nicht.

Was wäre wenn... es wär, doch ist es nicht.


Herbst 2005


***

Drei



Er durchbricht die Stille,
wie ein Fluss, ruhig, tief,
dem Pfad folgend, der schon immer war.

Stets bemüht um Absurdität,
zerstörend im Akt des Aufbau,
aus sich heraus - in sie hinein - und von ihr verschwindend.


Sie steht auf der Schwelle,
dem Drahtseil, sicher im Fallen;
Grüßt den Abgrund im Opfer des Abgelehnten -

schließt den Kreis im Unendlichen,
endet das Kreisen in die Gerade;
ausgerichtet - wie bestimmt - wie gewählt - wie angenommen...


Zwei


Sie führen ihre Rastlosigkeit
in seinen Fluss,
sein Fließen in
ihre Bahnen.

Sich entfernend voneinander,
dabei unausweichlich kollidierend
im einträchtig verleugneten

Eins.


November 2005, für C.


***

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »psilocix« (29. Januar 2012, 09:54)


psilocix

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2

Sonntag, 29. Januar 2012, 10:01

2006

***

Feuertod I

So denn,
nimm mich hin,
du mein Feuer.
Ich wusste es immer,
also unternahm ich nichts.

Lass mich brennen,
dieses letzte mal
das Licht sehen,
wenn ich in deine Flammen trete.

Nimm mich,
du mein Feuer,
nicht länger zögere ich vor dir.

Du mein Leben,
du mein scharfer Schmerz,
warst immer in mir.
Flackernd noch
hellstes Licht in meiner Nacht.

Ich nährte dich,
mein Feuer,
strebte nach deiner Wärme,
deinem Licht...

Du reine Energie,
erhellst meinen Weg,
züngelst über das Ende,
deutlich vor meinen Augen
in deinem Schein.

So denn,
nimm mich hin,
du mein Feuer –
junge Triebe brennen gut.

Verwisch die alten Brandmale,
Spuren deiner Macht,
wenn du mir zu nah kamst.

Nimm mich,
mein Feuer.
Lass nur Asche erkalten,
wenn du mit mir stirbst...

***

Feuertod II - Leben

Brenne
Gib nicht auf,
mein Licht
in dieser Dunkelheit,
erkenn’
der Dinge Lauf
und nicht
deine Vergänglichkeit.

Erleuchte mich
lass Funken sprühen,
erhell mir
diese Nacht
verlass mich nicht,
lass uns verglühen,
nur wir,
wo niemand wacht.

Ein letztes mal
schein auf mein Licht,
damit den Weg
ich find'
Dein gleißend Strahl
Er blendet mich
Führt mich zum Ende
Blind.


***

Feuertod III - Flamme

schließ die augen
sieh,
sie zieht dahin,

erst nur rauch
wie die säule gerade in den himmel steigt,
nichts weiter,
nur rauch.

warmer sand,
quarz voll sonnenenergie

branntest du immer so hell, mein licht?

erhelle mich, öffne meine augen: nie wieder will ich dich verleugnen.

tanzender kerzenschein,
knisternder balken,
funkenflug,
mein feuer.

verbrenn die kälte, lösche aus, verschlinge und eine in dir,

phönix deiner asche will ich sein.
...die niemals verglüht.


***

Morgentau

schwindend farben,
prismen brechen,
sphären weigern halt zu geben,
weit nach außen,
tief nach innen,
such in diesem körper leben;

kalter stahl,
schneeweiße fliesen,
abflußrinne, imprägniert,
knochen quietschen,
lockre schrauben,
wie lang das noch funktioniert...?

viel zu leicht,
zu wenig bindung,
keinen abdruck hinterlassen,
ist es schwer rein
retrospektisch
lebenswege zu erfassen.

mach die augen auf,
erkenne,
eine seite nur, ein ich,
frag den spiegel nicht,
er lügt nur,
sieh in jeder pfütze dich.


Januar 2006

***

Menschsein

ich will kein
mensch sein,
nichts mehr fühlen,
kein bedürfnis,
keinen willen,
nicht mehr frieren,
nicht verlieren,
kalter stahl bleibt kalt,
so kalt.

ich will kein
mensch sein,
nichts mehr spüren,
niemand soll mich
mehr berühren,
nicht mehr brennen,
mich verrennen,
drähte bleiben stark,
so stark.

ich will kein
mensch sein,
nicht mehr sehnen,
keinen grund sich
anzulehnen,
nicht mehr träumen,
nichts versäumen,
schrauben halten fest,
so fest.

ich will kein
mensch sein,
nicht mehr lieben,
wär ich doch
ein ding geblieben,
nie mehr leiden,
hoffnung meiden,
schlößer schließen dicht,
so dicht.

ich will kein
mensch sein,
nicht vermissen,
nie vertrauen
sondern wissen,
niemals hoffen,
nie betroffen,
zählwerk tickt nur starr,
so starr.

ich will kein
mensch sein,
nicht bedauern,
nicht erkennen
und nicht trauern,
nie bedrückt
system entrückt,

oh, du teuflischer apparat...


Januar 2006

***

Lebendig begraben


Nehmt es ab!

Ich will atmen -
Luft wie Teer,
klebrig, schwarz,
undurchdringliche Masse;
umschließt,
umarmt zum Todeskuss,
füllt meine Lungen,
meinen Körper mit Leere.

Nehmt es ab!

Ich will sehen -
gleißendes Licht fällt,
rasiermesserscharf,
gebündelt durch staubige Trübe;
zerteilt den Raum und meine Wahrnehmung,
zerrt gewaltsam
Schreckensbilder
vor meine blinden Augen.

Oh, nehmt es ab...

Ich will fühlen.
Klammes Tuch,
bedrängend, heiß,
auflösende Fasern
umhüllen jeden Zentimeter meiner Haut,
betäuben,
verwischen Konturen,
dämpfen jeden klärenden Reiz.

Nehmt es mir ab,

ich will leben!
Erstickende Hände,
fahle Haut
die um mürbe Knochen spannt.
Sie legen sich um meine Hals,
zitternd.
Nur eine Berührung
was bleibt, als Asche?

Leichentuch.


Januar 2006

***

Abschied

zwischen den welten,
nicht gehen, nicht bleiben,
zerrissen und vaporisiert;
wird jede tat, jedes wort mir vergelten,
noch immer blind,
paralysiert.

was soll ich noch sagen,
was bleibt noch zu tun,
verloren der wert und der sinn,
wie könnte ich wagen
noch einmal zu hoffen,
bleibt einzig die frage - wohin?

ich weiß, ich bin tot,
war immer zerstörung,
schon einmal erkannt und vergessen,
doch in meiner not,
jeden strohhalm zu greifen...
verständlich, und doch zu vermessen.

nur schmerz treibt mich vorwärts,
nur angst vor der stille,
vergangenheit zurückgekehrt,
stahlklauen um eisherz,
unrecht sei mein wille,
seh ich wie es ganz mich verzehrt.

es wäre zu einfach
alles zu verleugnen,
ich weiß, es war echt, es war wahr,
nur ich immer zu schwach,
zu unstet zu glauben,
der absturz von anfang an klar.

ein letztes mal nur noch
wollte ich zu dir sprechen,
ein einzig mal verstanden sein,
es bleibst nur noch du
meinen glauben zu brechen,
an hoffnung für mich, mich allein.

weiß nicht was jetzt kommt,
nicht wie es nun endet,
nur dass ich es dir schuldig bin,
ob es sich noch lohnt,
war alles verschwendet,
schon immer, von anbeginn?

und wort für wort noch
zieh ich es in die länge,
ich kann nicht verstehen, kann nicht gehn,
so suche ich doch,
vielleicht weil ich verdränge,
noch immer, noch einmal zu sehen.

wenn es das nun war,
was bleibt dann zu verlieren,
hab ich dann nicht alles zerstört?
dann kann ich dir ja,
scheißegal, noch mal schwören,
was du viel zu selten gehört...

ich danke dir für
jeden einz'len gedanken,
für jedes vergebene wort,
ich weiß, ich soll nicht,
sind wir wirklich gescheitert?
dann bleibt keine zeit mir, kein ort.

ich wollte es nie,
doch ich seh keinen weg sonst,
ohne doch noch mich selbst zu verraten,
ohne nicht irgendwie,
mit dem schlussstrich, aufgabe,
alles was ich noch bin zu begraben.

nein, ich bitte dich nicht,
ich vertrau dir noch immer,
und ich weiß, denn du kannst, du wirst sehn,
jeder tunnel ein licht,
jedes dreckloch ein schimmer,
nur die zeit für mich zu überstehn.

viel zu oft nur noch angst,
nur der schleier von wahnsinn,
irgendwo in mir selbst, zu vewirrt,
und oft nur weil du da warst,
mich wieder ans licht zwangst,
mich nicht endgültig in mir verirrt.

irgendwas war doch da,
unter all diesen zweifeln,
irgendwas hast du in mir gesehen,
und wenn ich es dann sah,
zu viel angst zu begreifen,
lies ich es wieder vorübergehen,

steppenwolf, wir sind viele,
wesen in licht und schatten,
immer weiter in peripherie,
unter all diesem chaos,
immer die selben ziele,
was auch kommt, das vergess ich dir nie.

hab ich zu viel gedacht
oder zu lang geschwiegen,
und ich hab dir, nur mir nicht vertraut -
es stimmt, manch einen fehler,
habe ich zu oft gemacht,
und mir letztlich den rückweg verbaut?

tausend türen, ein schlüssel,
weißt du noch wo er reinpasst,
oder hätte ich erklären sollen?
oder hättest du, dann,
statt probleme zu lösen,
nicht mal einfach ein freund sein wollen?

wenn du kannst, bitte glaub mir,
diesmal mein ich die worte,
von dir hätte ich nie was verlangt,
viel zu glücklich mit dem,
was ich zu haben dachte,
jeden tag meinem schicksal gedankt.

nicht mal hier kann ich sagen,
auch wenn ich längst schon tot bin,
was ich weiß und nie verraten werde,
manchmal ist etwas richtig,
so ganz ohne versteckspiel,
'trust' - ich nehm es mit unter die erde.


Februar 2006, für C.

***

erfahren was es heißt,
den letzten, einen Moment warten,
den Abzug hören, gehen.

Schienen gesprenkt, entgleist,
der Horizont verschwimmt im Meer,
das Licht aufflackern sehen.

ich weiß, dass du es weißt,
das ich so niemals leben kann,
ist nicht schwer zu verstehen.

mein Herz in Stücke reißt,
die Leichtigkeit mit der man sagt,
es wird vorübergehen.


März 2006

***

Kreaturen

Manchmal,
wenn ich mich selbst im Rausch
entmenschlicht
wieder finde,
wenn die Surrealität der Situation
zusammen mit dem beißenden Schmerz,
der ungeheuren Energie,
den Schleier trüben Menschseins aufreißt,
manchmal,
erschrecke ich noch
vor dem animalischen Toben.

Dann,
wenn ich innehalte,
starr beobachte wie es langsam,
fast zärtlich hervortritt,
so unaufhaltsam dass es sich alle Zeit
nehmen kann, in diesem gefrorenen Augenblick,
erwache ich für einen Moment,
aus der Zwischenwelt.

Gerade jetzt,
spürend, wie es mehr wird,
immer stärker drängt, mit der Macht,
die mich immer wieder diesen Ausbruch
erleben lässt,
begreife ich ein Stück
was wahres Leben bedeutet.

Manchmal,
frage ich mich,
wie ihr sein könnt, ohne das,
wofür ihr vegetiert, vor euch hin existiert,
so nah an der Quelle jeder Kraft –
und wie ihr es verurteilen könnt, müsst,
ihr armen, toten Kreaturen.
Manchmal beneide ich euch nicht,
genieße es einfach.


März 2006

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psilocix

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3

Sonntag, 29. Januar 2012, 10:22

So grau.

Grau wie der Sand,
wie der Wind
der uns alle ans Ufer treibt.

Gefieder verklebt,
schweres, schwarzes Öl -
zu träge zum Fliegen.

Zäh haften Erinnerungen,
geronnenes Herzblut,
Gefühlsinfarkt.

Über mir ist der Himmel weiter,
die Wolken schneller,
driften auseinander wie die Sterne.

Noch leuchten wir ein fahles Nachglimmen,
bereits erloschen und
vergessen...

Zeichne mir Bahnen in den Himmel!
Worte, Sätze in den weiten Himmel.
Nie davonzuwehen...

Worte von Unsterblichkeit.


April 2006

***

Kontrast II

seht ihr die Gitter?
Wände aus

Angst und Gewohnheit
höher als der

Horizont weit
undurchdringlich

um euer Denken
lasst euch von

schierem Stumpfsinn lenken
spürt ihr die Ketten?

Fesseln der
Gesellschaft, ihr

haltet euch selbst zurück
welches Tier

in welch engem Gehege
lebte nicht wenigstens

eigene Wege?
nur der Mensch

in physischer Freiheit
verleugnet sich selbst

zum Wohle der Einheit
dann baut eure Mauern

von zweierlei Seiten
Grenzen

geteilte Einheiten
was bleibt sind die

Gassen
meiner kleinen Freiheit

nicht zu erfassen
Tut euch nur weiter selbst leid...


02. Mai 2006

***


Bäume, Jahrzehnte alt,
taube Zeugen bunt gemalten
Familienidylls.
Hölzerne Rollos verschließen die Augen,
die Fenster,
Wege in Räume der Vergangenheit.

Alte Markel ausgebessert,
neues Pflaster auf alten Straßen,
darunter schweigend wie die Erde
Erinnerung begraben

Bauarbeiten stören die Totenruhe
des wohl bekannten Ausblicks.
Winde wehen noch, verhallte Stimmen
scheinen flüchtig wie jede Sekunde,
und doch so viel zu schwer.

Die Türe geschlossen,
doch, ja, es ist noch die alte,
wie die Briefkästen,
wie die Lichter hinter den Fenstern...

Schrilles Klingeln eines längst vergessenen Anblicks
reißt das stille Warten jäh aus gnädigem Schlaf.

So greifbar, plötzlich,
so echt, doch unerreichbar,
vergangen.

Schlüssel zu einer anderen Welt,
Bindeglied erscheint es,
nicht zu leugnen,
manifestiert die Angst in
einer letzten Wahrheit –

Es wird nie verschwinden...

Es ist die selbe Welt.


03. Mai 2006, Bochum Liebermannstr. 34


***

Metakommunikation

Wie geht’s dir?
Frag nicht.
Danke, gut. Verdammt, nein, glaub mir nicht.
Hör doch das Zittern in der Stimme,
bevor der Schild zerbricht?


Es ist nichts, wirklich.
Ach, weißt du...
Schon gut.
Ich füg mir selbst nur Schmerzen zu,
und hoffe nur das jemand fragt,
begreift was ich da tu...


Okay...
Geh nicht...
Bis dann.
Nein, bleib,
lass mich hier nicht allein.
Als du es wirklich wolltest da,
hörtest du mich doch schreien...?


Stille.
Ich schweig.
Stille.
Schon klar, niemand will sowas hören.
So bleib ich stumm, belass’ dabei,
ich wollte doch nie stören...



Juni 2006


***

Abgrund

Krankes Hirn,
die Grenzen suchend,
tastet Schreckvisionen ab,
gräbt sich eigenhändig
fluchend
tief, zu tief, das Terrorgrab

Lässt der Sog,
Gedanken kreisend,
mich trotz allem Kampf nicht los,
drückt mich nieder,
zwingt mich runter,
sinkend in der Erde Schoß.

Eine nur von vielen Fluchten
tief, zu tief, hinab, hinab,
nur ich kenne diese Schluchten,
Terrorgrab, mein Terrorgrab.

Jage atemlos durch Zeilen,
will nichts spüren,
will nichts sehen,
und kein Reim
kein Vers kann halten,
was bleibt – aufrecht untergehen.

Alter Dämon
zuverlässig,
lässt er sich von mir beschwören,
und ich stehe
fasziniert und
lasse ihn mich selbst zerstören.

Wonach strebe ich so lange,
viel zu tief, hinab, hinab,
sag mir nur wonach ich suche,
Terrorgrab, mein Terrorgrab.

Was verdiente
diesen Fluch mir?
Soll er gar mein Segen sein?
Treibt mich um,
hetzt mich gerade-
wegs ins Terrorgrab hinein.

Schatten der mich zittern macht,
Versteckspiel
Das mein Leben dauert,
in dem Wissen
dass dort unten
blutrünstig Erlösung lauert.

Lass mich hier zur Ruhe kommen,
tief, so tief, hinab, hinab,
schließe dich, lass mich vergessen,
Terrorgrab, mein Terrorgrab.

Ist es doch die gleiche Kälte
die mich wärmte,
Nacht für Nacht,
Dunkelheit die mich
erhellte
ließ das Licht mich unbedacht.

Wozu soll die Welt erkennen
wie es ist
bei Nacht zu sehen;
Was sollte mich hier noch halten,
lasst mich frei sein,
lasst mich gehen.

Endlich lasse ich mich fallen,
tief, so tief, hinab, hinab,
fang mich auf, du mein Erlöser,
Terrorgrab, mein Terrorgrab.


tn1, 03. Juni 2006, geschrieben im Entzug, 'Terrorgrab' by S.


***

Gedanken wie Wolken

die,
vorbeiziehend,
monströse Gestalt annehmen,
verschwommen weiße Klauen ausstrecken
in Reichweite zu zerfetzen

Schlage die Augen auf
um mich weiße Wände,
rot,
tiefrot im Sonnenuntergang,
besudelt
wie die Leinwand unreinen Geistes

Triefend vor Schuld
noch bevor er lebte,
Erbsünde der Erinnerung,
jedes Bild Grauen
im Zerrspiegel blutbefleckter Seele

So suche ich neue,
fremde Gedanken,
das Bild zu verdecken,
den Nährboden des Kranken
doch
verdorben,
gleich welche Saat.

Zu tief
zwischen den Zeilen verstrickt;
Nicht verloren,
nie aufgegeben,
nur wund gestoßen an all den Extremen und

nicht tief genug,
verwurzelt
doch verloren – im Wechsel und
doch aufgegeben – zu kontrollieren

als elender Spielball der Gezeiten,
der Gedanken,
in ewig trüben Gewässern
die doch einzig Heimat bieten.


14. Juli 2006

***

Das hast du nicht nötig

Weiter, schneller,
dreht die Welt sich,
Zentrifuge schleudert wirr
von der Oberfläche
was sich
zu schwach festklammert an ihr.

Fliegen, Fallen,
Nehmen, Geben,
halten sich das Gleichgewicht,
Tod birgt Raum für
neues Leben,
Lügen einzig vor Gericht.

Wellen brechen
vor den Klippen,
weiße Gicht schäumt meterhoch,
Perlt auf spröd-
gespaltne Lippen,
körperwarm, es blutet noch.

Freiheit
schreit es in den Himmel,
Leben ohne Unterlass,
leer vor
irdischem Gewimmel
leugnet sich im Übermaß;

Wahrheit suchend,
willst nicht sehn was
unverholen tief innen steckt,
menschlich, viel zu sanfte Seele
die sich stumm
die Wunden leckt.


26. Juli 2006

***

Zittern in den Ästen,
schaudernd
wenden die Blätter sich ab,
nur der Wind, nur der Wind,
und
wir wollen nicht sehen.

Lautlos hebt sich das Gras,
wo Schritte
spurlos,
die Vergangenheit verlassen.
Ebenes, reines Leben
Unbefleckt.

Von Tränen genährt
erinnern nur
die Tautropfen an das Blut das sie bedeckte.
Beugte wie in Schuld,
bis die Sonne trocknet
und die Zeit...

Ähre um Ähre schließt sich
Vorhang des Feldes
wie eines stummen Zeugens
Augenlider –
verschluckt und
gleichsam vergessen wo niemand sieht,
der nicht sucht.

Und irgendwann,
wir das grün bedecken,
und wenn die Seele flieht
wird mit dem Körper,
mit der Welt
zwischen den Bäumen zurückbleiben
der letzte Gedanke.

Der Wald kennt keine Erinnerung.


Spätsommer 2006

***

Unmöglich

Jeder Luftzug,
jeder Stein,
Wirklichkeit
im Neonschein,
surreal -
ob es ist?
Wer weiß das schon...
Und man vergisst.

Nah ist fern,
foul is fair,
zähl nicht was ist -
denk dir was wär,
nach vorn nach hinten,
einen Schritt,
wenn es vergeht
...oh, nimm mich mit.

Geh im Kreis,
bleib nicht stehen.
Was es heißt?
Du wirst es sehn...
Heißes Blut,
Kalter Stahl,
eh es nicht ruht
bleibt keine Wahl.

In die Nacht,
durch das Meer,
fast zerrissen,
hin und her,
nur ein Wort
in die Stille:
Wo ein Weg...
da ein Wille.

Nie verloren,
definiert
und ins nichts
mich verirrt...
Im Extrem
nur das zu fassen,
keine Flucht je
unterlassen.

Streb dem Ende
nur entgegen,
Lebenszweck;
nicht mehr zu leben,
um im letzten
Aufbegehren
eine Einsicht
zu gewehren...

Sieg ist gleich
der Niederlage,
wenn ich lebe,
was ich sage
und nicht Sinn,
nicht Überleben,
eine Wahrheit -
aufgegeben.


Mitte Oktober 2006

***

Endlosschleife

Der gleiche,
der alte Weg,
in den ewig gleichen,
altbekannten Schatten gehüllt,
entbehrt doch nicht den alten Schrecken
bei aller Vertrautheit.

Die selben Lieder,
tief verstörte Melodien.
Klänge ewig währenden Leids –
Ja, sie begleiten zuverlässig,
nur sie,
und die alten Zweifel.

Stets die gleichen Fragen,
hohl vor Wiederholung
die Antworten.
Sinnentleertes Leben,
gefangen in der Endlosschleife
der Diskrepanz.

Abgestumpft im Lauf
ewiger Wiederkehr,
die immer gleichen Ecken,
hinter ihnen das alte Grauen,
immer und immer und immer wieder
erschreckend,
sinnlos verborgen im Bekannten.

Die alte Stille,
erfüllt von längst vergangenem
lautestem Schweigen,
summiert in Jahren,
bis heute,
in ewigem Eis.

Die alten Bilder,
das alte Mantra.

Wird es je anders sein?


Herbst 2006

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »psilocix« (29. Januar 2012, 10:30)


psilocix

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4

Sonntag, 29. Januar 2012, 11:24

2007

***

Nachthelle Wälder von rauem Putz
liegen nun in Stille;
Asphaltwüsten vibrieren lautlos
unter vergangenen Schritten.

Lichter flackern ohne Zutun,
Fluss unterbrochen,
versagen nutzlose Dienste.

Blinde Augen,
doppelverglast,
stieren durch verwehte Strassen.

Nur Motten tanzen einsam,
halb erfroren,
durch fahlen Lichtschein.


Stählern weht der Wind mir entgegen,
kalt,
als wolle er keinen Eindringling.

So irre ich weiter,
tiefer in die Arme der abgestorbenen Nacht,
die empfängt,
umarmt wie sie nur Leere besitzt.

In Leere wandelt,
in Leere wandelnd?


Ein Augenpaar folgt mir,
ein Riss läuft quer,
das Plakat hängt in Fetzen,
die Augen sehen deplaziert,
hilflos,
gefangen im hier, im jetzt.


-Dies ist nicht die Realität. -


Was sind wir,
als Reflektionen?

Die Stadt schläft.
Die Nacht ist gestorben;
blutgeil schleicht der junge Morgen
noch zögerlich,
um ihre Leiche.

Was ist,
als Reflektion;
als Licht auf kaltem Stahl?


02. Februar 2007

***

Per Definition verteilt

auf Sein und Müssen
windet sich handelnd, denkend
durch den Paragraphendschungel der
Gutmenschlichkeit
Deine Essenz.

Ein dunkler Tropfen fällt...

Die Schere öffnet sich;
So folgst Du den Wegen unterschiedlicher Ziele,
distanzierst Dich
und bist doch nie am Kern des Prinzips
dem Du Vorrang gabst.
Nie pur.

...auf klares, reines Wasser,...

Scheinbares Wachstum,
hochgepriesene Flexibilität,
Du angepasstes Individuum,
ist nur Unter-Gewichtung,
Erleichterung um
den Inhalt

... zerschellt an der Oberflächenspannung,...

Hier rebellierst Du, Aufmüpfiger,
resignierst und verstummst doch
in Desillusionierung.
‚So ist es eben.’
Und das Leugnen beginnt mit ungeahnter
Kraft.

... schwebt einen Moment, von innerem Zusammenhalt getragen,...

So weit es sich streckt,
so dünn ist es geworden, Mensch,
und erste Risse bilden sich wo Du,
unbeirrbar verirrt,
in die einzige Richtung strebst -
gegen Deine Seele.

... geht dann über in die klare Flüssigkeit,...

Erschreckt von dem Schmerz
Deines berstenden Selbst
fliehst Du schneller,
panisch,
schleifst wunde Existenzreste nach Dir,
lässt sie zurück.

... sinkt in sie;
und zerfällt.


Februar 2007

***

menschtier

wildes tier, scheues tier,
streunst zerzaust, vereinsamt -
ruhelos durch dein gehege,
nie zwei mal die selben wege,
immer auf der flucht,
freiheit deine sucht.

kaum zu finden hier,
wildes tier, scheues tier.

wildes tier, krankes tier,
augen glühen im fieber,
manchmal noch ein leises zittern,
blick gefangen hinter gittern,
jeder atemzug ein stich,
wie zerfressen, innerlich,

niemand wird dich heilen hier,
wildes tier, krankes tier.

wildes tier, böses tier,
mordest was dir lieb,
blutdurst treibt dich tag um tag,
niemand zu verstehen vermag,
um dich schlagen, fleisch zerreissen,
schließlich tötliches verbeissen,

tötlich wie ein blick von dir,
wildes tier, böses tier.

wildes tier, armes tier,
letztes deiner art,
keiner da mit dir zu gehen,
deine triebe zu verstehen,
heulst zu hellen sternen dort,
heulst den mond an, keine antwort,

niemand, niemand hört dich hier,
wildes tier, armes tier.

wildes tier, freies tier,
zahlst den höchsten preis,
nachts nie beide augen zu,
niemals sicher, keine ruh,
streifst durch wälder, durch die stille,
nur dein weg, und nur dein wille,

doch nur so kann freiheit sein,
wildes tier, mensch allein.


April 2007

***

Endlos Worte,
will nicht reimen,
nicht in Zwang
Gedanken leimen
Mauern
zu fragil zum halten,
WortGewebe
ausgestalten
aus Gestalten?
düstren, grauen,
die durch Türen-ritzen-Schauen,
die in Gassen Witze hauen
-reißen
sich im Hirn verbeißen
und so formt sich doch
das Grauen
solcher steppenwölfschen, lauen
Tage,
ohne Sinn die Frage
stellt sich nicht,
und sollt sich stellen,
selbst abliefern,
in Handschellen,
solch perverse,
kontroverse
ohnmachtsverse,
ohne Tiefgang
kaum zu sehn
so mancher Anklang
wo kein Richter
nützt kein Kläger
degradiert sich
zum Versäger,
dem vor solchen kapitalen
Wortriesen
trotz mancher Qualen
nur eins bleibt - sich aufzusägen
äh, nein, halt,
wollt sagen,
geben.


April 2007

***

totgeglaubte sterben länger
leiden länger,
schreien lauter,
psychatriefall, alptraumfänger,
grenzwertgänger,
unverdauter

fühlensabfall, ungefiltert,
ungemildert-er
extremfall,
ungebremst,
aktionsverzögert,
nach dem absturz folgt
der aufprall

um den hals die drahtseilschlinge
guter dinge
zugezogen
letzer anlauf, nun gelinge,
angelogen,
hochgezogen

aus der tiefe eigenantrieb,
selbstbewußtsein -
sumpfgasblasen,
hoffnungsabtrieb,
bist doch zu klein,
stets verlassen,
kehrseitenhieb

apathie mein lebensretter,
eisenharken
stahlanketter,
lass mich endlich
schwerkraftsopfer
fallen, tropfen,
regenwetter...


April 2007

***

Gedankenreich
Zwischenwände, verschlossen,
Dickicht, verworren,
Nebelhaftes, verborgen.

Hab ich dich verlassen,
verleugnet, meine Spiegelwelt?

Silbenmauern, meterhoch,
Wortgewirr, undurchdringlich,
Satzschleier, unauffindbar.

Hab ich dich verraten,
verloren, mein Schattenkabinett?

Buchrücken, eingestaubt,
das Tintenfass zersprungen,
leises Rascheln, Kratzen,
zu dünn, zu nachdrücklich.

Habe ich zerstört,
was ich erschuf?


15. März 2007


***

Gegenwart wird aufgewogen
Tag für Tag, die Zeit verrinnt,
stehst am End des Regenbogen
rasch ist es vorbeigezogen,
seht, wie wir vergänglich sind.

Warte auf den Sommerregen,
regnets, lässt du mich allein,
dein Verhängnis war mein Segen,
fürchtetest mich, überlegen,
nichts wird mehr wie früher sein.

Menschen treten in mein Leben,
sehen hier und da ein Stück,
niemals sind die Wege eben,
besser kein Versprechen geben,
niemand kennt den Weg zurück.

Manches hat der Mond gesehen,
jenen Moment auserwählt,
manches ist und wird geschehen,
nur um wieder zu vergehen,
einzig hier und heute zählt.


01. Mai 2007


***



angeeckt
quadrat im kreis
grauweissgrau

unterfunktion
sekundenzeiger im minutentakt
zweiundzwanzig, dreiundzwanzig...

windstill
kaleidoskop-himmel
dimensionen, proportionen

ein riss in der stille
türe sperrangelweit offen-

ausgang - nur für verrückte.


27. Mai 2007


***

Nervengewitter
kataton gekrümmt
Antennenrauschen auf allen Kanälen
lieg still - es wird vorübergehen.

Realitätssplitter
darunter blanker Stahl
Absturzrauschen vom Himmel nieder
nicht atmen, sonst dringt es in dich ein.

Auto-emotion
spiegelbildlich abgelehnt
Monotonie im Abklang hallend
kein Wort, sonst zerbricht es.

Kachelwände
verwaist verlassen
abgelegte Haut der Vergangenheit
sieh dich nicht um - sonst holt es dich ein.


27. Mai 2007

***

Kettenkarussell

leblos im leisen Wind,
zu schwer sich zu rühren
schwebt zerbrochen der Sitz,
unberührt,
an rostiger Kette.

Herbstblatt,
irgendwann gefallen,
verfallen,
bevor irgendwer
seine Farben sah.
Jahre alt.

in der Stille hallen
Stimmen,
Lachen,
Erinnerung -
nichts mehr.

was ist wenn
dich niemand liebt?
was sind Worte,
Tränen,
wenn du tot bist?

rotgrauer Staub,
Schicht für Schicht vor
Bildern voll Leben.

und irgendwann ist es vorbei.


08. August 2007

***

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psilocix

unregistriert

5

Sonntag, 29. Januar 2012, 11:33

2008

***

silberrahmen, himmelspforte,
seh in dich, in mich hinein,
augen schreien ohne worte,
blicken stumm, zu schwach zu schrein

wenn ich in den spiegel sehe,
scheine ich mir fremd zu sein,
bis ich mich als dich verstehe,
meine augen sehn als dein

aus mir wieder in mich fließend
tropfend langsam lebenswarm
nur im traum den schutz genießend
flüchte ich in deinen arm

drängst dich ständig in mein fühlen,
denk an dich, selbst wenn ich schlaf'
bist aus meiner welt geflüchtet
weiß, dass ich nicht folgen darf.

angst legt sich, ein kaltes beben,
um mich wie einst deine nähe
alles gäb ich, dieses leben,
damit ich dich wiedersähe...


03. März 2008

***

stonecold

ein stein in meiner vorstellung,
kalt und kantig, namenlos,
konstant und still,
so ganz anders als du...

zu deinen füßen kniend,
und du kannst mich nicht wegstoßen,
ein letztes mal
all das dir aufladen -
über dieses leben hinaus.

ein stein in meiner vorstellung,
stumm und unnachgiebig,
falsch und unehrlich,
so ganz anders als du...

sprich lauter,
ich höre nur den wind,
höre nur den stein,
nur die schritte hinter mir,
sprich lauter,
ich muss dich hören.

ein stein in meiner vorstellung,
der nicht mein freund ist,
nicht mein anker,
den ich nicht lieben kann,
so ganz anders als du...

lass das nicht alles sein, was mir von dir bleibt.


tn1, 03. März 2008



***

psilocix

unregistriert

6

Sonntag, 29. Januar 2012, 11:37

2009

***

taking a leap
Rostknirschend,
ein leises Rütteln,
Stille.

Testweise,
ein Wort vor das andere,
Absatz.

Zaghaftes,
so laut in die Leere,
Vakuum.

Zögernd,
soviel drängt nach vorn,
verschwiegen.

Willkürlich
Silben auf Sinnsuche...

Es tönt noch... spricht, spricht noch!


21. Januar 2009

***

scharfgezeichnet in Retrospektive,
Scherbenerinnerungen,
monumental im Kontrast zum Verbliebenen,
Vergangenheitsfetzen
verschlissen aus dem Kontinuum herausgezerrt.

Wieso
ist der Wind verstummt
die Sonne erkaltet
der Rausch verblaßt
seit du fort bist
gegangen
mein Leben durch deinen Schatten ersetzt?

Festhalten
was war
Leugnen
was ist
Fantasieren
was nicht wird,
werden sollte,
niemals war.

Meine Stunden sickern zähflüßig,
verschwinden langsam in dem Abdruck,
dem Abgrund,
den du hinterlassen hast.
Ich habe dich verloren.
Dich vergessen?
'...selbst wenn ich sterbe nicht.'


13. Februar 2009


***

Rauschspektrum

wechselblaue wattewolken
tiefweiss chromschwarz venenstich
kreischrot laufen bildabfolgen
grau nur grau nur grau im ich.

schleier über schimmersterne
chemie-schwanger goldgetränkt
sammelwelten in der ferne
silberblitzend trübe schenkt

lichtbeschlagen fließen wände
graugelb-flackern stotterschein
leg die nacht in gotteshände
heros mag dir gnädig sein
rauschend dumpf spektralvibriren
mattgezeichnet rauchverzerrt
ein paar tage nachjustieren
ausstieg blieb verwehrt;
verwehrt.


13. Februar 2009


***

psilocix

unregistriert

7

Donnerstag, 13. Dezember 2012, 03:21

Komische Gedanken über Weihnachtsgeschenke, in Reimform. oO

Kann nicht malen,
kann nicht singen,
nichts von diesen schönen Dingen,
auch nicht häkeln
oder stricken,
nicht mal schöne Blumen pflücken.

Denn es ist ja Winter schon,
und der kommt meist weiß und trübe
so dass, außer Eiskristallen,
nichts zu pflücken übrig bliebe.

8

Donnerstag, 13. Dezember 2012, 07:13

Ich kann mich an fast alle davon noch erinnern.....lange her das alles.

Hast du noch irgendwo die ganz alten, also von vor 2005? Die waren nämlich auch richtig gut.....

Das letzte: :icon_biggrin:

Erinnert mich an eins, das ich mal über unseren Weihnachtsbaum geschrieben habe. Der wurde nämlich vom Kater angepinkelt, wodurch das ganze Haus zur Weihnachtszeit nach Katzenpisse stank. Das Werk hat sich zum Klassiker innerhalb der Familie entwickelt und wird zu bestimmten Anlässen immer mal wieder vorgekramt. :icon_irre:
I quickly realized that the only way to be happy as a human was to spend all of your time in the company of non-humans.

-Guy Mann

psilocix

unregistriert

9

Donnerstag, 13. Dezember 2012, 07:50

Erinnert mich an eins, das ich mal über unseren Weihnachtsbaum geschrieben habe.
Her damit!

...dann such ich evtl auch mal nach den ganz alten. >>'

10

Donnerstag, 13. Dezember 2012, 07:56

Her damit!
Liegt nur auf Papier vor. Müsste ich, wenn ich Weihnachten daheim bin, mal abtippen. Problem wird sein, dran zu denken. ^^

...dann such ich evtl auch mal nach den ganz alten. >>'
Ich bitte darum!
I quickly realized that the only way to be happy as a human was to spend all of your time in the company of non-humans.

-Guy Mann

11

Donnerstag, 13. Dezember 2012, 09:59

Die komischen Gedanken über Weihnachtsgeschenke find ich ja mal völlig genialst! *breit grinse*
"Überhaupt sind die einzig interessanten Bekanntschaften Heilige, Schurken und Verrückte; nur mit ihnen lohnt die Unterhaltung.
Leute von gesundem Menschenverstand sind zwangsläufig unergiebig, denn sie käuen die ewigen Litaneien langweiligen Lebens wieder; sie sind Massenwesen, mehr oder weniger intelligente zwar, aber eben Massenwesen, und sie öden mich an!"

psilocix

unregistriert

12

Sonntag, 6. Januar 2013, 01:47

Ein Klang


Balanceakt
die Straße das Drahtseil
Meter für Meter
Schweinwerfer in die Dunkelheit

Stimmen im Nachhall,
Gedanken in wortloser Klarheit
funkeln wie Sterne
fern und so alt

Zwischen dort und eben,
hier und jetzt,
diesen einen
fliehenden Moment
im Gleichgewicht.

13

Sonntag, 6. Januar 2013, 06:18

das ist sehr schön.
Im Wesen von Beobachtung - seiner wahren Bedeutung - gibt es kein Denken; da gibt es kein Zentrum eines "ichs", das "dich" anschaut
Krishnamurti