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Elena

Starseed

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Freitag, 8. September 2017, 11:51

Welt-Zeit

passend zu den Themen, die mir aktuell hier im Forum erscheinen bzw. die in mir selbst eine Resonanz auslösen, will ich euch zum einen die Aufzeichnung einer Gesprächsrunde mit Theodor W. Adorno hier reinstellen. Das Aufnahmejahr kenne ich nicht, aber Adorno starb 1969 also muss es ja vorher gewesen sein. d. h. es ist rund 50 Jahre her und wirklich fast erschreckend noch immer aktuell und wenn man bedenkt, dass diese Dinge damals schon ein Thema gewesen sind ...

Titel: Die verwaltete Welt


Und als zweites gibt es da einen Vortag von Prof. Dr. Hartmut Rosa.
Titel: Beschleunigung - Symptom unserer Zeit


Außerdem in diesem Zusammenhang ein kurzer Artikelaus der "Zeit"

Durch die Ansichten, dieser beiden Personen fühle ich mich in meiner eigenen Meinung weitestgehend bestätigt bzw. erweitern sie meine Gedankengänge hinsichtlich dieser Sichtweise.
Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.
(Mahatma Gandhi)

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Mittwoch, 27. Dezember 2017, 21:49

gerade gelesen bei ZON:

Arbeitswelt im Wandel

... schön, das dieser Thematik auch endlich mal ein Plätzchen im hiesigen "Blätterwald" zugedacht wurde und das es zumindest ein paar Menschen zu geben scheint, denen der Irrsinn dieses Systems aufgefallen ist und die sich mutmaßlich nicht damit abfinden wollen oder die zumindest diesen "Wandel" - was sehr euphemistisch ausgedrückt ist - hinterfragen.
Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.
(Mahatma Gandhi)

3

Donnerstag, 28. Dezember 2017, 09:06

Elena, wie würdest du dir wünschen, dass Menschen zusammen leben und arbeiten?
Wie würdest du, wenn du könntest, das organisieren?

Elena

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Donnerstag, 28. Dezember 2017, 13:05

Also für am wichtigsten halte ich das man die Angst aus dem System nimmt. Angst wird mit Hilfe des Geldes erzeugt um zu manipulieren und Macht auszuüben. Angst vor Mangel, Angst vor Benachteiligung, grundlegende Existenzängste usw. Damit meine ich also die Ängste, die künstlich durch die Menschen erzeugt werden, durch die Art bzw. ihren selbstgemachten gesellschaftlichen Regeln des Zusammenlebens. Dazu gehören für mich auch verschiedene einschränkende Glaubensvorstellungen, Dogmen - religiöse wie politische und wirtschaftliche. Nicht damit gemeint sind die Ängste vor Krankheit oder Tod usw. wenngleich ich mir da auch einen anderen Umgang mit wünschen würde.

Ich denke, das alle Menschen freien Zugang haben sollten zu den grundlegendsten Lebensbedürfnissen, wie Wasser, Nahrung, Wohnraum, Gesundheitsversorgung etc. sodass was dies betrifft die Ängste der Menschen sich auflösen können. Danach muss eine allgemeine Anpassung auf einen „gemittelten“ Lebensstandard, erfolgen. Das zweite – und ich weiß, dass es jetzt vielleicht Aufschreie geben wird, weil es „politisch unkorrekt“ ist – aber wir brauchen eine globale Geburtenkontrolle. Es leben schon jetzt viel zu viele Menschen auf der Erde und die Tendenz ist steigend. Um 8 Milliarden Menschen, oder wie viele es momentan halt sind, ein Leben zu ermöglichen, wie wir es in Deutschland führen, bräuchten wir mehrere Erden – wir haben aber nur die eine. Es gibt ganz einfach eine Begrenzung an Resourcen, die man nicht wegdiskutieren kann. Früher oder später werden das auch unsere Politiker und Wirtschaftsvertreter nicht mehr leugnen können. Die globale Lage wird sich über kurz oder lang zuspitzen. Da bin ich mir ziemlich sicher. Die Flüchtlingsströme der vergangen Jahre, sowie die vielen „kleinen“ schwelenden Konflikte weltweit, sind ein Indiz dafür. Und die Menschen werden sich selbst reduzieren (müssen) – in der Anzahl oder als Mensch, die Frage ist nur auf welche Weise sie das tun werden und ob die Natur und das Ökosystem sie dabei „unterstützen“ wird. Momentan tun sie es ja überwiegend, indem man den Menschen als solches reduziert und ihn wahlweise zum Humankapital, Wertschöpfer, Konsument, oder Kostenfaktor macht.

Ich versuche das einfach aus einer neutralen Beobachterposition zu betrachten, ich bin kein Menschenhasser, sonst wäre ich nicht hier und würde das nicht schreiben.

Jedenfalls, so lange wir in dieser „dichten“ physisch-materiellen Wirklichkeit leben, gibt es diese natürlichen Begrenzungen. Und ein ungebremstes, sich immer weiter beschleunigendes Wachstum (was übrigens eine notwendige Voraussetzung dafür ist, dass dieses System überhaupt weiterhin existieren kann, denn Stagnation bedeutet Zusammenbruch), wirtschaftlich in materieller Hinsicht und auch was die Anzahl der menschlichen Individuen anbelangt, kann es dadurch einfach nicht geben – das wäre völlig unlogisch und akausal. Unser Wirtschaftssystem muss also gänzlich ein anderes und in vielen Bereichen muss umgedacht und hinterfragt werden. Der Kapitalismus kann keine Antwort sein auf die Probleme von morgen – nicht mal mehr für die von heute. Er ist vielmehr Teil des Problems, welches es zu beseitigen gilt. Wenn man die Komponente der Angst aus der Gleichung heraus nimmt, funktioniert Kapitalismus nämlich nicht mehr. Es ist an der Zeit das die Menschheit ihre Wachstumswünsche auf eine mehr geistige und spirituelle Ebene anhebt, was aber nur dann funktioniert bzw. parallel dazu erfolgen muss, wenn die Grundbedürfnisse der Menschen erfüllt sind und man nicht noch zusätzlich künstlich eine Atmosphäre des Mangels und der Angst zu erschaffen versucht, denn das wäre mit dieser neuen Zielrichtung nicht vereinbar.

Es geht mir nicht darum einen Schritt zurück zu machen, ich will keine Neuauflage vergangener Zeiten! Ich wünsche mir eine echte Veränderung in Richtung Zukunft, die einen geistigen Mehrwert bringt – ein Wachstum des Bewußtseins. Und ich glaube das auch nur so, eine wirkliche Lösung in Sicht ist, was die wachsenden Umweltprobleme anbelangt. Ich meine damit das Ausbeuten von Resourcen, wie Erzen, Gesteinen ... fossilen Energieträgern, Holz, Wasser ... die Überfischung der Meere, Oberflächenversiegelungen durch Städtebau, Abholzung der Wälder für Agrarflächen, überdüngte und ausgelaugte Ackerböden, das Massenausterben von Pflanzen und Tieren ... Bienensterben, Abnehmen der Biodiversität usw. und natürlich die Klimaveränderungen. Ich bin fest davon überzeugt, das diese mannigfaltigen Probleme nicht aus dem derzeitig vorherrschenden Wirtschaftssystem heraus gelöst werden können, weil letzteres bzw. die dahinter stehende Denkweise, die Ursache für die Probleme ist, und eine Lösung den Zielen des Kapitalismus und dessen Voraussetzungen diametral entgegensteht. Umweltschutz und Klimaschutz funktioniert momentan in diesen Zeiten nämlich nur in einer Weise, wenn dabei gleichzeitig und an oberster Stelle wirtschafliches Wachstum generiert wird, wie zum Beispiel der Fassadendämmung, das Produzieren und der Verkauf neuer Geräte und Fahrzeuge etc. , die einen miniminimal kleineren Energieverbrauch haben, aber deren Herstellung auch wieder Resourcen verbraucht und die irgenwann auch wieder „entsorgt“ werden müssen etc. Ich meine, selbst die ganze Flüchtlingsgeschichte hat man kapitalistisch verwurstet und es für einige wenige Personen zu einem einträglichen Geschäft gemacht. Aber eine wirkliche Lösung des Problems gab und gibt es damit nicht. Selbiges trifft auf die ganze Hartz4-Indusrie zu mit ihren Pseudo-Fortbildungen und Beschäftigungsmaßnahmen. Die ganze derzeitige Gesellschaft ist auf diese Weise „durchkapitalisiert“, selbst die Gesundheitsversorgung, oder Hilfseinrichtungen, Carritative Verbände usw. Es ist eine angstgebundene Entwicklung, und es sind Schöpfungen der Angst, die deren „Qualität“ in sich tragen. Wie viel schöner und kraftvoller wäre es doch, wenn die menschliche Kreativität stattdessen aus der Liebe heraus ihren Ausdruck finden würde.

Was ich mir für die Zukunft vorstelle bzw. wie meine inneren Bilder sich darstellen versuche ich mal im Folgenden darzulegen.

Ich glaube, kleine menschliche Siedlungsgruppen, die sich selbst organisieren und versorgen, das wird für die menschliche Rasse nicht wirklich zukunftsfähig sein. Das ist eher „bronzezeitalterlich“. Ähm, ich sehe eher einige wenige, sehr große Städte, verteilt über den Globus, aber sie sind anders als die heutigen Städte. Sie sind sehr technisiert, alles ist sehr technisiert, aber nicht so, dass sie wie ein Fremdkörper in der Landschaft stehen. Sie fügen sich irgendwie in die Natur ein. Viele Arbeiten werden von Maschinen und Robotern erledigt. Es gibt Farmen zur Nahrungsgewinnung – die Art der Ernährung wird sich auch ändern müssen – es wird wohl mehr pflanzlicher Art sein, aber nicht so wie heutzutage. Geld wird es auch nicht mehr geben. Auch kein Konto auf dem man gute Taten sammelt und sie gegen anderes eintauschen kann. So etwas gibt es nicht mehr. Das Bewertungskriterium fällt weg. Die Menschen arbeiten zusammen, aber nicht um materiellen Reichtum zu mehren, sondern um zu verstehen, um das eigene und kollektive Bewußtsein zu erweitern. Die Menschen werden aus einem inneren Trieb heraus verantwortlich mit sich selbst, mit anderen und mit der ganzen Natur und dem Planeten umgehen. Wahrscheinlich wird eine Art telepathische Kommunikation hinzukommen, durch das erweiterte Bewußtsein der Menschen, sowie eine gesteigerte Empathie. Die wenigen großen Städte, die es noch geben wird, werden miteinander vernetzt sein. Nahrungsmittel werden automatisiert in die Städte geliefert und verteilt. Wahrscheinlich wird, um die ganze Technik zu betreiben – ein Energieträger genutzt, der uns heute noch nicht zugänglich ist. Politische Parteien und Regierungen wird es auch nicht mehr geben. Die Menschen sind „innerlich“ miteinander vernetzt/verbunden und agieren aus einem Art Gruppenbewusstsein heraus. Aber bis es soweit ist, wird wohl noch sehr viel Zeit vergehen. Aber das ist kurzgefasst ein kleiner Einblick in meine Vision von der Zukunft der Menschen.

Der Anfang und das was man davon schon heute umsetzen könnte, wäre wirklich, das man seitens der Regierungen und der Gesetzgeber sowie der Religionsgemeinschaften und wirtschaftlichen Unternehmen, aufhört auf die Angst der Menschen zu setzen. Wenn man die Angst nicht mehr dazu missbrauchen würde um andere Menschen zu beeinflussen und zu manipulieren und stattdessen ein Klima der Menschlichkeit, des Vertrauens und der Liebe schafft. Und das kann jeder Mensch tun, dazu braucht man kein Geld, keine Güter, sondern dies geschieht durch Bewusstseinsarbeit und Verständnis – für sich selbst und für andere. Das wäre schon mal ein großer Schritt in die - meiner Meinung nach - richtige Richtung. Das Ergebnis wäre, das etwas von dem äußeren und inneren Druck von den Menschen genommen würde. Es würde denke ich zu einer Entspannung der Lage führen, die wiederum weitere Entwicklungen in Folge nach sich ziehen würden.

Geschieht das nicht, also wenn man weiterhin am Status Quo festzuhalten versucht, wird sich das wie bereits angedeutet auf andere Weise ausagieren, um die Dinge in Bewegung zu versetzen und eine Auflösung herbei zu führen, so denke ich. Damit will ich niemandem Angst machen, es ist nur das was ich sehe, wenn ich mir die verschiedenen Kausalketten anschaue. Ich denke, diese Art von Zeitalter wie ich es beschrieben habe oder eines das so ähnlich sein wird, das man wohl auch „Goldenes Zeitalter“ nennen könnte, wird kommen. Es ist einfach eine Frage auf welchen Wegen man bis dorthin geht.
Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.
(Mahatma Gandhi)

5

Donnerstag, 28. Dezember 2017, 13:51

Alter Vatter, viel Text.

Danke erstmal.

Wenn (oder falls) ich alles richtig verstanden habe und mir eine extrem starke Vereinfachung erlauben darf, dann schwebt dir der Sozialismus bei gleichzeitiger Umerziehung des Menschen zu einem Wesen vor, das ein stärkeres Bewusstsein für die natürlichen Rahmenbedingungen und für die Artgenossen hat?

Ich fürchte, du gehst von falschen oder vielleicht zu idealistischen Voraussetzungen aus. Ich persönlich glaube z.B., dass auch der Wettbewerb, in welcher Form auch immer, einfach zum Menschen gehört.
In deinem idealen System, so wie ich es verstanden habe, gibt es keinerlei Wettbewerb mehr. Es gibt auch kein Zahlungsmittel mehr, da die Grundbedürfnisse bereits abgedeckt sind.

Aber ich denke, dass der Wunsch, in irgendeiner Hinsicht besser zu sein als andere, dem Menschen nicht aberzogen werden kann, also bleibt dann nur Unterdrückung eines sich daraus ergebenden Verhaltens. Falls man solche Initiativen doch zulässt, wird sich früher oder später irgendein Zahlungsmittel herausbilden, ob es sich dabei um Münzen aus Metall oder um knappes Gemüse wie in Jean-Pierre-Jeunets Film "Delicatessen" handelt, spielt effektiv keine Rolle. Und schon haben wir wieder Kapitalismus.

Elena

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Donnerstag, 28. Dezember 2017, 16:08

In Anbetracht der Tatsache, das du hierbei von einer Umerziehung des Menschen ausgehst, sehe ich, das du nicht verstanden hast, was ich zum Ausdruck bringen wollte.

Ich glaube nicht, das der Wettbewerb zwangsläufig und alternativlos zum Menschen gehört bzw. gehören muss. Zumindest nicht zu einer weiter entwickelten Form des Trägers von menschlichem Bewusstsein.

An dem „Wettbewerb“ um das größte und beste Stück vom Kuchen, um die bestmögliche Ausgangssituation, wie man es im Tier und Pflanzenreich findet, muss der Mensch nicht unbedingt teilnehmen, nicht in dieser Weise, denke ich. Die Menschheit ist ja in der Lage, sich diese Voraussetzungen zum Teil zumindest selbst zu generieren, mehr als Tiere oder Pflanzen dazu in der Lage wären. Und Wettbewerb muss man nicht unbedingt kultivieren, vor allem dann nicht, wenn er keinen Sinn mehr macht.

Und nochmal, es geht mir dabei nicht um Umerziehung oder Unterdrückung. Man darf das nicht mit den Augen eines Menschen aus der heutigen Zeit betrachten. Das ist das selbe, als würde man aus der Perspektive eines steinzeitlichen Jäger und Sammlers, oder auch nur aus dem Blickwinkel eines Menschen der vor 200 Jahren gelebt hat, auf unser jetziges Zeitalter blicken. Es gibt heute vieles, was ein Steinzeitmensch sich nicht vorzustellen vermochte und ebenso wird es in der Zukunft vieles geben, was wir uns heute nicht mal erträumen können. Verstehst du, wenn man als Mensch der heutigen Zeit auf die Probleme und Herausforderungen dieser oder der zukünftigen Zeit blickt, dann wird man diese Dinge mutmaßlich durch die „Brille“ des gegenwärtigen Zeitgeistes sehen und entsprechende Lösungen an diesem Zeitgeist orientieren. So nach dem Motto, wenn man ein Schmied ist, dann ist die Lösung für jedes Problem ein Hammer.

Ich versuche darüber hinaus zu gehen und die Brille des Zeitgeistes abzulegen um besser sehen zu können, um alternative Wege und Lösungen zu finden.

Bewusstsein lässt sich nicht anerziehen oder eintrichtern, wie ein Lernstoff in der Schule. Bewusstseins ist etwas das wächst, und dessen Wachstum eine natürliche Erweiterung darstellt und keinen Einschnitt. Das Bewusstsein für die natürlichen Rahmenbedingungen, wie du es nennst, entspringt dann einfach der (kollektiven/individuellen) Erkenntnis, die ein Resultat der gemachten (kollektiven/individuellen) Erfahrungen und dessen „Aufarbeitung“ sein werden.

Aber wenn du davon ausgehst, das der „Wettbewerb“ zum Menschen und Menschsein gehört und auch zukünftig gehören wird, dann mag ich mir diese Zukunft nicht ausmalen oder darin wiedergeboren werden.

Du schreibst, das der Mensch in sich den Wunsch hätte in irgendeiner Form besser zu sein als die anderen. Was aber ist, wenn der Mensch sich in so weit verändert, bzw. zu der Einstellung gelangt, das er zwar versucht „besser“ zu werden, also sich selbst zu „verbessern“, damit aber zugleich auch das Kollektiv „verbessert“, weil dieses davon partizipiert und umgedreht. Und danach irgendwann ist es vielleicht so, das man diese Bewertung und das Besserwerden wollen gar nicht mehr braucht und dann alles nur noch der bewussten Erweiterung des Bewusstseins dient.

Das sind visionäre Vorstellungen, das weiß ich und sie lassen sich nicht mit Begriffen wie Sozialismus festschreiben, weil das dann auch nur ein „Denkmodell“ aus der Vergangenheit sein wird. Das was ich meine, lässt sich einfach nur schwer unter den gegenwärtigen Gesichtspunkten ausdrücken und mitteilen.
Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.
(Mahatma Gandhi)

7

Donnerstag, 28. Dezember 2017, 17:17

In Anbetracht der Tatsache, das du hierbei von einer Umerziehung des Menschen ausgehst, sehe ich, das du nicht verstanden hast, was ich zum Ausdruck bringen wollte.


OK, kein Problem meinerseits.

Und nochmal, es geht mir dabei nicht um Umerziehung oder Unterdrückung. Man darf das nicht mit den Augen eines Menschen aus der heutigen Zeit betrachten. Das ist das selbe, als würde man aus der Perspektive eines steinzeitlichen Jäger und Sammlers, oder auch nur aus dem Blickwinkel eines Menschen der vor 200 Jahren gelebt hat, auf unser jetziges Zeitalter blicken. Es gibt heute vieles, was ein Steinzeitmensch sich nicht vorzustellen vermochte und ebenso wird es in der Zukunft vieles geben, was wir uns heute nicht mal erträumen können. Verstehst du, wenn man als Mensch der heutigen Zeit auf die Probleme und Herausforderungen dieser oder der zukünftigen Zeit blickt, dann wird man diese Dinge mutmaßlich durch die „Brille“ des gegenwärtigen Zeitgeistes sehen und entsprechende Lösungen an diesem Zeitgeist orientieren. So nach dem Motto, wenn man ein Schmied ist, dann ist die Lösung für jedes Problem ein Hammer.


Das ist mir sehr klar. Es wird z.B. absolut offensichtlich, wenn man sich alte Science fiction-Filme anschaut. Man konnte sich damals z.B. nicht vorstellen, dass so ein dämliches Raumschiff autonom fliegt. Da musste ein Mensch die Befehle geben.

Ich versuche darüber hinaus zu gehen und die Brille des Zeitgeistes abzulegen um besser sehen zu können, um alternative Wege und Lösungen zu finden.


Finde ich absolut löblich, aber zwangsweise sind die Möglichkeiten limitiert. Was natürlich nicht heisst, dass man's nicht versuchen sollte, IMHO.

Bewusstsein lässt sich nicht anerziehen oder eintrichtern, wie ein Lernstoff in der Schule. Bewusstseins ist etwas das wächst, und dessen Wachstum eine natürliche Erweiterung darstellt und keinen Einschnitt. Das Bewusstsein für die natürlichen Rahmenbedingungen, wie du es nennst, entspringt dann einfach der (kollektiven/individuellen) Erkenntnis, die ein Resultat der gemachten (kollektiven/individuellen) Erfahrungen und dessen „Aufarbeitung“ sein werden.


OK. Klar. Aber welche Erfahrungen wir machen, hängt auch davon ab, was wir erkennen können. Und das funktioniert nicht ohne Erziehung. Ohne Erziehung könnte z.B. ich wahrscheinlich nicht mal lesen und schreiben.

Aber wenn du davon ausgehst, das der „Wettbewerb“ zum Menschen und Menschsein gehört und auch zukünftig gehören wird, dann mag ich mir diese Zukunft nicht ausmalen oder darin wiedergeboren werden.

Du schreibst, das der Mensch in sich den Wunsch hätte in irgendeiner Form besser zu sein als die anderen. Was aber ist, wenn der Mensch sich in so weit verändert, bzw. zu der Einstellung gelangt, das er zwar versucht „besser“ zu werden, also sich selbst zu „verbessern“, damit aber zugleich auch das Kollektiv „verbessert“, weil dieses davon partizipiert und umgedreht. Und danach irgendwann ist es vielleicht so, das man diese Bewertung und das Besserwerden wollen gar nicht mehr braucht und dann alles nur noch der bewussten Erweiterung des Bewusstseins dient.


Das schließt sich in meiner Vorstellung von Wettbewerb (wir müssen uns nicht unbedingt an diesem Wort festkrallen) nicht aus.
Ich denke einfach, dass es immer den Wunsch nach Verbesserung geben wird, weil das letztendlich auch eine Form geistiger Schönheit ist. Und ich glaube, dass Menschen grundsätzlich irgendeine Form von Anerkennung brauchen. Ob das die fette Gehaltsabrechnung sein muss, sei mal dahingestellt. Aber jemanden, der sich für das Kollektiv sein Popöchen aufreißt, gar nicht zu belohnen und seine Mühe anzuerkennen, verstößt gegen zumindest mein Gerechtigkeitsgefühl. Ob sich das jemals ändert?

Wobei ich geistig natürlich auch ziemlich durch meine Erfahrungen und Sozialisation limitiert bin.

Das sind visionäre Vorstellungen, das weiß ich und sie lassen sich nicht mit Begriffen wie Sozialismus festschreiben, weil das dann auch nur ein „Denkmodell“ aus der Vergangenheit sein wird. Das was ich meine, lässt sich einfach nur schwer unter den gegenwärtigen Gesichtspunkten ausdrücken und mitteilen.


Ich merk's. :icon_biggrin:
Aber hey, ich lese deinen Beitrag immerhin und setze mich ernsthaft damit auseinander.
Im Rahmen meiner geistigen Möglichkeiten. :icon_confused: :icon_biggrin:

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8

Donnerstag, 28. Dezember 2017, 17:56


Ich denke einfach, dass es immer den Wunsch nach Verbesserung geben wird, weil das letztendlich auch eine Form geistiger Schönheit ist. Und ich glaube, dass Menschen grundsätzlich irgendeine Form von Anerkennung brauchen. Ob das die fette Gehaltsabrechnung sein muss, sei mal dahingestellt. Aber jemanden, der sich für das Kollektiv sein Popöchen aufreißt, gar nicht zu belohnen und seine Mühe anzuerkennen, verstößt gegen zumindest mein Gerechtigkeitsgefühl. Ob sich das jemals ändert?



Ich hab das jetzt alles nur überflogen, bin aber an diesem Punkt dabei hängengeblieben und möchte das zitierte hier kurz quasi unterschreiben.

Ich empfinde "Wettbewerb" zum Beispiel als nichts schlechtes und eher als Anreiz, sich zu neuen Leistungen zu pushen. Als Ziel kann man da materielle Entlohnung sehen oder Anerkennung, Ruhm und Ehre - völlig egal. Wenn ich diese Impulse nicht hätte, wäre ich tot.
Zumindest stell ich mir die Frage, was den Anreiz für mich überhaupt ausmacht, irgendetwas zu tun.
Ich mach Dinge gern, die mir was bringen. Das klingt jetzt wahrscheinlich furchtbar egoistisch, ist aber so. Entweder bringen sie mir Geld, oder es bringt mir Lob oder sowas. Wenn ich irgendwas mache, worin ich nicht "gut" bin und was niemand großartig beachtet, hab ich keine Lust drauf.

Liegt vermutlich an meinem unterentwickelten Ego und meiner niederen Platzierung auf der spirituellen Leiter, aber für mich sind das essentielle Antriebsfedern, die ich einfach brauche. Ich bin aber auch - liegt vermutlich an meinem Sternzeichen ;) - ein Wettbewerbsmensch. Ich brauch diesen Kampf irgendwie. Ohne, langweile ich mich.

Außerdem hab ich tatsächlich auch ein sehr ausgeprägtes Gerechtigkeitsgefühl. Ich bin schwer dafür, Lohn für Arbeit zu gewähren - in welcher Form auch immer. Den zu verwehren, fände ich kosmisch unfair.


Nichts ist wahr. Alles ist erlaubt.



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Donnerstag, 28. Dezember 2017, 18:02

Ich merk's.
Aber hey, ich lese deinen Beitrag immerhin und setze mich ernsthaft damit auseinander.
Im Rahmen meiner geistigen Möglichkeiten.

Hey, du hast mich danach gefragt wie ich mir das vorstelle. :icon_rolleyes:

Aber so wie es dir vielleicht ergeht, wenn du meinen Beitrag oben liest, so geht es mir manchmal, wenn ich mir das Treiben der Menschheit anschaue. Da kann ich auch nur manchmal mich am Kopf kratzen und krieg es trotzdem nicht rein. Das ist auch nicht abwertend gemeint, aber ich glaube, ich denke ganz einfach anders und habe andere Bedürfnisse und Vorstellungen vom Leben als vermutlich die meisten anderen Menschen auf diesem Planeten.
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Donnerstag, 28. Dezember 2017, 18:07

Ich empfinde "Wettbewerb" zum Beispiel als nichts schlechtes und eher als Anreiz, sich zu neuen Leistungen zu pushen.


Naja, das ist eine positive Seite.
Wenn man sich aber mal die Arbeitsbedingungen von z.B. Kurierfahrern ansieht, hat man die negative Seite des Wettbewerbs, in diesem Fall um den günstigsten Preis, koste es (andere), was es wolle.

Ist nicht so, dass ich Elenas Gedanken völlig abwegig fände.

Elena

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Donnerstag, 28. Dezember 2017, 18:15

Wenn man sich aber mal die Arbeitsbedingungen von z.B. Kurierfahrern ansieht, hat man die negative Seite des Wettbewerbs, in diesem Fall um den günstigsten Preis, koste es (andere), was es wolle.


eben. Und wenn man sich die gegenwärtige Entwicklung betrachtet und das ganze noch ein bisschen weiter spinnt ... dann landet man - in einer für meinen Geschmack - ziemlich ungemütlichen Zukunft.
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Donnerstag, 28. Dezember 2017, 18:24

Ich empfinde "Wettbewerb" zum Beispiel als nichts schlechtes und eher als Anreiz, sich zu neuen Leistungen zu pushen.


Manche Menschen machen das so lange bis sie physisch und psychisch ausgebrannt sind, oder sie werden von anderen Menschen unter Androhung (Angstprinzip) von Konsequenzen (Kündigung etc.) und Strafe dazu genötigt sich selbst oder andere so auszubeuten.
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Donnerstag, 28. Dezember 2017, 18:41

Ich mach Dinge gern, die mir was bringen. Das klingt jetzt wahrscheinlich furchtbar egoistisch, ist aber so.

Das ist doch auch ok, wie ich finde. Ähm, aber wenn man auch das etwas weiter spinnen würde, dann wäre es doch möglich, das man diese Sinnhaftigkeit bezüglich dessen was man tut einzig aus sich selbst heraus bezieht. Stelle dir einen Künstler vor, meinetwegen einen Maler, der in sich selbst einen großen Schaffensdrang verspürt, er will etwas nach außen bringen, etwas manifestieren ... nicht, weil er das Bild dann anschließend teuer verkaufen kann - er braucht ja kein Geld, seine Grundbedürfnisse nach Nahrung usw. sind befriedigt, darum braucht er sich nicht zu sorgen. Er malt also weil er etwas erschaffen will und weil er ein inneres Bedürfnis hat dies zu tun, weil - das ist er. Und er findet dadurch Erfüllung, indem er, er ist und das tut, was sich in ihm und durch ihn entfalten möchte.
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Donnerstag, 28. Dezember 2017, 18:47

Vielleicht bin ich ja zu sehr in meiner Zeit gefangen, aber ein Bild, das niemand sieht, finde ich nicht besonders erfüllend.
Und schon sind wir wieder bei der Anerkennung. Sei es finanziell, sei es intellektuell bzw. künstlerisch.

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Donnerstag, 28. Dezember 2017, 18:54

Vielleicht bin ich ja zu sehr in meiner Zeit gefangen, aber ein Bild, das niemand sieht, finde ich nicht besonders erfüllend.

Aber wer sagt denn, das dieses Bild dann niemand sehen würde?

Das Bild (des Künstlers) kann natürlich mit anderen Menschen geteilt werden und würde es wohl auch auf die ein oder andere Weise werden.

Ich sehe da keinen Widerspruch.
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Donnerstag, 28. Dezember 2017, 19:37

Aber bei dem Bild wäre dann ja mein Lohn hier Anerkennung/Lob. Dass man mit Kunst kein Geld verdient, braucht mir keiner zu sagen. *lol*

Ich schreib mein Buch auch, weil ich das will, weil ich das MUSS, weil in mir etwas ist, was mich dazu drängt. Ich verdiene damit so lachhaft wenig (theoretisch, ist ja noch nicht draußen), dass ich das sicherlich nicht deswegen tue. Aber ich will damit Leser erreichen, "Fans" gewinnen, Menschen glücklich machen, sie unterhalten.
Das ist mein Antrieb und mein Anreiz. Und mein Wettbewerb ist der, dass ich für mich einfach besser werden will, mehr Leute erreiche, mehr Leser gewinne. Das ist mein Zahlungsmittel in dem Fall.
Ist der Anreiz dazu jetzt also in mir drin? Oder kommt er von außen, wenn ich danach lechze, dass mir Leute sagen, wie toll das Buch ist?

Wie gesagt, ich red hier auch nicht von Geld als Anreiz für Wettbewerb oder Antrieb/Motivation. Ich hab durchaus andere Impulse für das, was ich gern mache.


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Donnerstag, 28. Dezember 2017, 20:41

Hmm, sind das jetzt rhetorische Fragen oder ... also wenn nicht ...

Ich denke, so wie du es schilderst, ist der Anreiz - man könnte es auch Ursache nennen - in dir drinnen, in deiner Person, deinem Charakter, deiner Seele zu suchen bzw. zu finden.

Mein Beispiel mit dem Maler ist ja nur eine Vereinfachung, um etwas bestimmtes zu verdeutlichen. Es kann ja letztlich sehr viel mehr Beweggründe geben warum man etwas tut oder nicht tut. Wenn du den inneren Wunsch hast ein Buch zu schreiben und deine Geschichten mit anderen Menschen zu teilen, diese dadurch vielleicht glücklich zu machen, sie zu unterhalten, ihnen etwas zu zeigen oder auch einfach um dich selbst damit zu zeigen/zu offenbaren/zu entfalten und dein Wesen mit anderen zu teilen. Finde ich das absolut ok, das ist wunderbar.

Allerdings, ab dem Punkt, wo du das Buch nur schreiben würdest, damit du von anderen Leuten Anerkennung bekommst – was zwar auch legitim ist – dann würde ich mich persönlich jedoch selbst fragen, warum will ich von den anderen Menschen diese Anerkennung und das Lob haben. Erkenne ich mich selbst vielleicht nicht genug an? Habe ich kein Lob für mich selbst übrig? Bin ich überhaupt bei mir selbst? Kann ich mich selbst lieben? Und wenn dann auch noch dazu kommt, dass die Aufmerksamkeit und das Lob, welches man von außen erhält, gefühlt nicht genug ist, um dieses innere Bedürfnis danach zu befriedigen und man davon immer mehr und mehr haben will und irgendwie abhängig davon ist, dann kommt das zwar auch noch aus dem eigenen Inneren/der eigenen Psyche (es sei denn man ist Empath und agiert hier unbewusst die Gefühle anderer Menschen aus, aber davon gehe ich jetzt mal nicht aus), aber dann sollte man sich vielleicht schon fragen, ob das der richtige Weg ist, den man da geht. Früher oder später wird man das merken, früher oder später wird man das tun - diese Fragen stellen. Ganz bestimmt.
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18

Donnerstag, 28. Dezember 2017, 21:20


Das ist mein Antrieb und mein Anreiz. Und mein Wettbewerb ist der, dass ich für mich einfach besser werden will, mehr Leute erreiche, mehr Leser gewinne.


Ja was denn nun? Entscheiden solltest du dich schon. :icon_biggrin: :icon_flucht-mrgreen:

Allerdings, ab dem Punkt, wo du das Buch nur schreiben würdest, damit du von anderen Leuten Anerkennung bekommst – was zwar auch legitim ist – dann würde ich mich persönlich jedoch selbst fragen, warum will ich von den anderen Menschen diese Anerkennung und das Lob haben. Erkenne ich mich selbst vielleicht nicht genug an? Habe ich kein Lob für mich selbst übrig? Bin ich überhaupt bei mir selbst? Kann ich mich selbst lieben?


Natürlich sollte man sich selbst akzeptieren. So einfach ist das allerdings nicht unbedingt immer und ich glaube, das bekommen viele Menschen unabhängig vom Wirtschafts- und Gesellschaftssystem nicht hin.

Elena, du kritisierst die Beschleunigung und den Stress, wenn ich dich richtig verstehe. Natürlich sehe ich diese Punkte und ich würde mich vor der Behauptung hüten, unser System wäre das bestmögliche.

Aber ich gebe zu bedenken, dass Freiheit viele Menschen schlicht überfordert, denn ihre Inanspruchnahme setzt Verantwortung voraus, vor sich selbst und vor anderen. Ich denke da gerade an eine Bekannte, die seit 14 Jahren Stütze bezieht und ziemlich unglücklich ist. Und ich wage zu bezweifeln, dass sie mit einem höheren unabhängigen Grundeinkommen glücklicher wäre.

Ich fürchte, manche Menschen brauchen einfach eine Struktur von außen, weil sie sich selbst keine geben können. Und wenn ich mich selbst betrachte, muss ich feststellen, dass ich ein gewisses Maß an Stress eher als Ansporn empfinde. Es geht halt in echt um was und am Ende einer Zeitperiode blickt man auf Dinge zurück, die gut gelaufen sind und auf Dinge, die man verbessern kann. Mir tut das gut.

Elena

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Donnerstag, 28. Dezember 2017, 21:39

ion, ich kritisiere vor allem, dass dieses derzeitige Gesellschaftssystem - in meinen Augen - die Angst, Unterdrückung, Ausbeutung und Unfreiheit fördert bzw. darauf aufbaut. Ich würde lieber in einer Gesellschaft leben, die durch Liebe, Vertrauen, Freiheit, Verständnis, Weisheit und Kreativität geprägt ist.
Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.
(Mahatma Gandhi)

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Freitag, 29. Dezember 2017, 09:13

Ich bin was den Wettbewerb angeht absolut bei Mika und denke auch, dass es ein wesentlicher Bestandteil unseres Wesens ist. Die Art der Entlohnung ist hierbei vielfältig und beschränkt sich natürlich nicht nur auf den materiellen Gewinn. Aber ein Anreiz an sich muss schon da sein, sonst versinken wir nur in Lethargie.

Und zum Thema Geburtenrate: der Zenit ist längst überschritten und die Rate hat sich global gesehen längst stabilisiert. Es gibt also keinen Anstieg der Geburtenrate mehr. Schau dir die Zahlen an ;-). Die nun noch eine Weile ansteigende Weltbevölkerung ist der größeren Überlebensrate geschuldet, mehr Menschen werden erwachsen und alt. Aber auch die Weltbevölkerung wird nicht mehr ins Unermessliche steigen. Don't panic!

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