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21

Freitag, 29. Dezember 2017, 12:30

Ich würde lieber in einer Gesellschaft leben, die durch Liebe, Vertrauen, Freiheit, Verständnis, Weisheit und Kreativität geprägt ist.


Ich lebe in solch einer Welt.

Und nun?

Ganz im Ernst: Wenn man "Liebe" auslässt und "Weisheit" durch einen vielleicht etwas weniger dick auftragenden Begriff ersetzt, "Humor" böte sich an, dann beschreibt der Satz meinen Arbeitgeber. Man wird dort nicht ultrareich, aber auch nicht arm.
Ich habe ziemlich tolle Freunde und Bekannte.

Ich lebe in einer Gesellschaft, die auch denjenigen Teilhabe ermöglicht, die wirklich überhaupt nichts zum Gemeinwohl beitragen, es wird nicht gegeneinander aufgerechnet. Das finde ich schon ziemlich geil, wo sonst in der Welt gibt es das?

Das findest du vielleicht sehr subjektiv. Ist es auch. Genau wie deine Aussagen über die Weit subjektiv sind.

Mikael

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22

Freitag, 29. Dezember 2017, 13:16

Ich glaube gar nicht mal, dass wir in Lethargie versinken, aber ich glaube, dass kaum jemand mehr Dinge tun will und wird, die ihm keinen Spaß machen, wenn er keinen (materiellen) Anreiz dafür hat. Das ist ja jetzt wieder dasselbe wie beim bedingungslosen Grundeinkommen. Ich find die Vorstellung davon irre schön, natürlich, ich mein, ich krieg hier netto im Monat keine 900 € und zitter mich ständig am Rand des Minimums entlang, zumindest wenn ich jetzt keine selbständigen Kundenaufträge erledige oder sowas.
Wenn ich dann so überlege, jeden Monat erstmal einfach so 1.000 € zu haben, OHNE irgendwas dafür tun zu müssen, wäre das schon extrem super und ich wäre von meiner ständigen Existenzpanik erlöst. Wundervoller Gedanke.
Aber so toll ich das auch finde, ... das ist für mich reine Utopie.
Ich bin dann zwar jemand, der nicht den ganzen Tag vor der XBox kleben würde, aber wieso genau sollte ich zum Beispiel dann in einem Büro sitzen und mich von einem Chef anschnauzen lassen? Wieso sollten andere Menschen dann morgens um 6 Uhr aufstehen und irgendwo die Toiletten putzen? Wieso sollte irgendjemand dann noch irgendetwas tun, was Überwindung kostet?
In welcher idealen Welt arbeiten dann Leute freiwillig in Jobs, die keiner machen will? Doch nur, weil sie dafür be- oder entlohnt werden.
Wie soll man das sonst regeln?

Nicht falsch verstehen, ich bin auch total und absolut für eine Abschaffung von einem Angstsystem. Aber ich glaube einfach nicht, dass sich ohne einen gewissen "Druck" an manchen Stellen viel tut. Dann hätten wir eine Gesellschaft voller Menschen, die alle danach streben, sich selbst zu verwirklichen, um den ganzen Tag glücklich und zufrieden zu sein - und in meiner Vorstellung entstünde das komplette Chaos, weil es keine Ordnung mehr gäbe.


Nichts ist wahr. Alles ist erlaubt.



Mikael

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23

Freitag, 29. Dezember 2017, 13:27

Ich empfinde "Wettbewerb" zum Beispiel als nichts schlechtes und eher als Anreiz, sich zu neuen Leistungen zu pushen.


Naja, das ist eine positive Seite.
Wenn man sich aber mal die Arbeitsbedingungen von z.B. Kurierfahrern ansieht, hat man die negative Seite des Wettbewerbs, in diesem Fall um den günstigsten Preis, koste es (andere), was es wolle.

Ist nicht so, dass ich Elenas Gedanken völlig abwegig fände.


Klar, das meinte ich auch nicht unbedingt. Dass "Profitgier" hier den Wettbewerb in echt kranke Sphären pushen kann, ist ja auch kein Geheimnis und leider traurige Realität.

Wisst ihr, was ich irgendwie cool fände? Ok, das ist jetzt nur eine mir sehr spontan grade gekommene Idee und nicht wirklich durchdacht und ausgearbeitet, aber ich wäre für ein Einkommensmaximum pro Kopf.

Dieses "mehr, mehr, mehr!!" ist das, was krank ist, was die Gesellschaft auf Dauer echt vergiftet und immer weiter auseinandertreibt. Ich fänds super, wenn bei irgendeinem Betrag einfach Ende wäre. Zack, Maximum erreicht, Sie haben ein tolles Leben, herzlichen Glückwunsch. Alles, was Sie jetzt verdienen, geht an die Einkommensschwachen, also machen Sie weiter, wenn Sie Bock haben - oder lehnen Sie sich zurück und genießen Sie die Show.

So wie in Videospielen. 1.000.000 Gold. "Ich kann nichts mehr aufnehmen." \o/

Fänd ich klasse. Das würde der ständigen Gier nach Mehr direkt den Riegel vorschieben.


Nichts ist wahr. Alles ist erlaubt.



Elena

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24

Samstag, 30. Dezember 2017, 17:27

ein Kurzfilm zum Nachdenken - CREAM

Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.
(Mahatma Gandhi)

25

Samstag, 30. Dezember 2017, 19:26

Das mit dem Maximalgehalt finde ich einen interessanten Ansatz. Es ist heute schon extrem, wie weit der Gehaltsgap reicht: einige verdienen nicht Mal 1.000€ netto, andere 6.000€ (bei halbwegs normalen Jobs) und dann gibt es natürlich noch die Leute, dir irre Gehälter von 10.000, 100.000€ oder noch mehr im Monat bekommen. Dazu ist es interessant sich das Durchschnittseinkommen anzuschauen und den Meridian (der Meridian ist dort, wo genau viele Leute mehr verdienen, wie weniger und egal wie weit da der extremste Abstand ist). Liegen diese Werte weit auseinander, so ist das Einkommen ungleichmäßig verteilt.

Elena

Starseed

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26

Sonntag, 31. Dezember 2017, 12:33

naja, das mit der Deckelung der Gehälter nach oben hin, ist ja kein ganz so neuer Ansatz. Stimmen, die danach rufen, werden immer wieder mal laut, insbesondere dann, wenn sich mal wieder eine Manager- und Führungsriege etwas hat zu Schulden kommen lassen. Man denke dabei an die Bankenkrise, die Libor Manipulation der Deutschen Bank, den Diesel-Skandal von VW usw. Diese Mittelung über den "Meridian" (kannte das bisher noch nicht) hört sich interessant an, Ich schätze mal, dann würde viele der Top-Gehälter ziemlich weit nach unten gehen. Aber eigentlich geht es mir persönlich gar nicht mal so sehr darum, das ein paar Leute Millionen im Jahr verdienen. Ich sehe nämlich nicht, wie sich dadurch die Situation von den Menschen verbessern würde, die nur ein sehr geringes Einkommen bei miserablen Arbeitsbedingungen haben oder die erwerbslos sind, Leute, die befristet angestellt sind, oder über Zeitarbeit oder Werksverträge usw. oder die 450 € Jobs haben. Der harte Wettbewerb im und um den Job, der Druck und Stress, die Existenzängste usw. vieler Menschen, werden dadurch nicht geringer, wenn man Spitzengehältern eine Maximalgrenze verpasst. Und was ist dann eigentlich mit den Gewinnen, die über Kapitalvermögen generiert werden? Ich glaube einfach eine solche Maßnahme würde den "Druck" nicht aus dem System und den Alltag der Menschen nehmen. Und diejenigen Personen, die wirklich ganz oben in der Hierarchie stehen und ein gewaltiges finanzielles Kapital besitzen, die können darüber nur lachen, denn für diese Personen arbeitet das Geld. Geld zieht Geld an und sehr viel Geld, zieht sehr viel Geld an.

Unser Finanz- und Zinssystem, ist meiner Meinung nach, mutmaßlich mit die Ursache dafür, das der Druck immer weiter steigt - das die Wirtschaft immer mehr wachsen muss - es darf ja nicht mal auf dem Vorjahresstand bleiben, die Wirtschaft muss jedes Jahr ein Stückchen mehr wachsen, damit das System nicht kollabiert. Und ich glaube das liegt an der Sache mit den Zinsen. Wenn ein Kredit bei einer Bank aufgenommen wird, dann wird nur die eigentliche Kreditsumme gebucht bzw. "geschöpft", das Geld für die Zinsen, die man als "Schuldner" an die Bank zahlen muss, jedoch nicht. Das Geld für die Zinsen wird also grundsätzlich nicht "mit erschaffen". Wo kommt dann das Geld her, um diese Zinsen abzahlen zu können? Vermutlich von einer anderen Stelle im Geldkreislauf, von einem anderen Kredit, den irgend jemand aufgenommen hat oder das von der Zentralbank einfach so in den Markt geblasen wird, wie derzeit? Ich weiß es nicht genau. Um die Zinsen zu zahlen muss meist reale Arbeit geleistet werden, für welche man dann als Gegenwert einen Lohn in Form von Geld bekommt, damit tilgt man dann die Zinsen. Die Zinsen sind somit auch ein Wert, für die zukünftig zu leistende Arbeit bzw. für den Lohn, der daraus zu erzielen ist. Zusammengefasst, erzeugt dieses System einen künstlichen Mangel, von welchem der Fortbestand des Systems zugleich abhängig ist, um zu funktionieren. Es ist immer zu wenig Geld da, wenn man so will, denn es reicht nie aus, um die global existierenden Schulden tilgen zu können. Das ist das "teuflische" daran. Und weil die Zinslast, sowie die Schulden im Grunde genommen immer weiter steigen - bei jedem Produkt, das wir beispielsweise kaufen, sind diese "versteckten" Zinsen mit im Kaufpreis enthalten. Das fängt schon an, wenn eine Fabrik gebaut wird und dafür ein Kredit nötig ist. Die kosten für das Baumateriel, das benötigt wird, enthallen ja vermutlich auch schon Zinsen usw. und wenn diese Fabrik dann etwas herstellt braucht es Rohmaterial, Ausgangsstoffe, die wiederum ... usw. das alles summiert sich auf. Der Konsument zahlt das alles mit. Dadurch erhöht sich auch der Preis- und Kostendruck innerhalb und zwischen den einzelnen Unternehmen - der Wettbewerb verschärft sich. Als Folge davon sinken die Löhne, das Arbeitspensum steigt, die Beschäftigungsverhältnisse werden immer prekärer.

Diese Analyse bzw. Schilderung, ist das Ergebnis aus dem was ich mit den Jahren so an Informationen aufgelesen habe. Ich bin ja keine Wirtschaftsexpertin oder so, habe kein Studium in diesem Bereich. Ihr müsst das nicht glauben, was ich oben geschrieben habe, aber ihr könnt euch selbst informieren um es nachzuprüfen wenn ihr wollt. Im Inernet findet man einiges in Bezug zu Giralgeld, Geldschöpfung, Zinssystem etc. wie zum Beispiel Vorträge von Wirtschaftsprofessoren, die darüber aufklären, wie unser Finanzsystem funktioniert, es sei jedem empfohlen, sich darüber mal zu informieren.

Meine Frage an euch wäre nun folgende: Was würdet ihr tun, um die Ängste der Menschen auf dieser Welt, in diesem Land, zu reduzieren? Ängste sind ja auch ein Gesundheitsrisiko. Es gibt Stress- und Angstbedingte Erkrankungen. bis hin zu Krebs. Angst zieht die Menschen stimmungsmäßig und energetisch hinunter. Angst schränkt die Kreativität ein und das Bewusstsein, Was würdet ihr also tun, um eine gesellschaftliche Atmosphäre zu schaffen, in der Angst und Mangelbewusstsein abgemildert oder zumindest nicht mehr gefördert würde, um jene als Werkzeug der Manipulation und Machtausübung zu missbrauchen? Oder findet ihr es gar richtig und rechtens das man Menschen Angst macht, damit man Macht über sie erlangt und man sie dadurch zu etwas nötigen oder zwingen kann? Ob dieses etwas nun gut oder schlecht sei, spielt dabei erst einmal keine Rolle.
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Montag, 1. Januar 2018, 10:41

ich habe hier einen Artikel von heute auf ZON, der passt super zu dem Thema gerade. Er handelt vom bedingungslosen Grundeinkommen. Zu Wort kommt der Gründer des Vereins "Mein Grundeinkommen", Michael Bohmneyer, Er sammelt(e) per Crowdfunding Geld für bedingungslose Grundeinkommen von 1000 € im Monat. Durch Losentscheid, wurden dann Personen, die sich zuvor darum beworben hatten, ausgewählt und diese bekamen dann für 1 Jahr lang aus diesem Topf der Spendengelder ein Grundeinkommen. In dem Artikel berichtet Bohmeyer darüber und teilt seine Erfahrung mit, die er durch dieses Projekt gewonnen hat.

Grundeinkommen - "Mit 1000 € kann man zu allem Nein sagen."
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28

Dienstag, 2. Januar 2018, 15:32

ich habe hier einen Artikel von heute auf ZON, der passt super zu dem Thema gerade.


Hey, ich auch! :icon_biggrin:

Man kann ja gegen die ZEIT einwenden, was man will, aber eine gewisse Streubreite in den vertretenen Meinungen und Perspektiven muss man einfach mal anerkennen, finde ich.

Aqui vamos nós:

Soziale Ungleichheit: Das Märchen von der Jahrhundertungleichheit

Mein Lieblingsabsatz daraus ist, ganz selektiv natürlich:

Zitat von »"Die Zeit"«


"Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Problem wirtschaftlicher Ungleichheit verlangt eine differenzierte Analyse, die darauf verzichtet, wichtige Fakten auszublenden, nur weil einfache und alarmistische Botschaften Aufmerksamkeit auf sich ziehen."


Amen.

Elena

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Dienstag, 2. Januar 2018, 19:10

das dem Herrn Clemens Fuest, die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens nicht gefällt und er der Meinung ist, das diese ganze Einkommensungleichheit nur ein Märchen sei, darüber braucht man sich nicht zu wundern, wenn man weiß, das diese Person Präsident des Ifo-Institutes ist. Er ist außerdem Mitglied des "Kronberger Kreises" (Stiftung Marktwirtschaft) - ein neoliberaler Thinktank.
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30

Dienstag, 2. Januar 2018, 19:34


das dem Herrn Clemens Fuest, die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens nicht gefällt und er der Meinung ist, das diese ganze Einkommensungleichheit nur ein Märchen sei, darüber braucht man sich nicht zu wundern, wenn man weiß, das diese Person Präsident des Ifo-Institutes ist. Er ist außerdem Mitglied des "Kronberger Kreises" (Stiftung Marktwirtschaft) - ein neoliberaler Thinktank.


Dass Du ad hominem argumentierst, ist dir schon bewusst, oder?

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Dienstag, 2. Januar 2018, 20:57

Dass Du ad hominem argumentierst, ist dir schon bewusst, oder?

Ich wusste, dass eine Antwort in dieser Art jetzt bestimmt kommen würde. :icon_rolleyes:

Ich wollte nur auf den "Hintergrund' dieses Mannes hinweisen, den sollte man vielleicht kennen, um sich eine Meinung über dessen Meinung bilden zu können. Er als Person dient mir hier weder als Argument für noch gegen das BGE. Meine Argumentation findest du weiter oben, ich habe meine Gedanken zu dem Thema ausführlich dargelegt. Ich bin der Ansicht, das in diesem System, Angst instrumentalisiert wird - wie du vielleicht herauslesen konntest. Wenn Du oder andere hier das richtig und ok finden, dann ist das halt so - aber ich finde das ist völlig daneben. Da brauche ich auch keine weiteren Argumente anzuführen, für mich ist das selbsterklärend.
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Dienstag, 2. Januar 2018, 21:30

für alle, die Zahlen wollen zur Einkommensverteilung in Deutschland: klick
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(Mahatma Gandhi)

33

Mittwoch, 3. Januar 2018, 05:34

Ich bin der Ansicht, das in diesem System, Angst instrumentalisiert wird


Und ich bin nicht der Ansicht. Nicht primär zumindest.

Wenn Du oder andere hier das richtig und ok finden, dann ist das halt so - aber ich finde das ist völlig daneben.


Da ich schon das Vorhandensein eines Angstsystems in der von dir beschriebenen Heftigkeit nicht sehe, läuft auch deine nicht sehr freundliche Unterstellung ins Leere.

Mikael

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Mittwoch, 3. Januar 2018, 17:34

Ich muss jetzt ehrlich gesagt auch bei der Frage schon allein etwas kapitulieren, was genau "Angst" in diesem System ist bzw ausmacht.

Ich persönlich kenne Existenzangst ziemlich gut, hab ich ziemlich fies zu spüren bekommen, als ich damals nach der Trennung von K. plötzlich quasi alleine dastand und mit meinem (geringen) Einkommen nicht mehr in der Lage war, allein meine Wohnung, Auto etc zu finanzieren. Dazu kam jetzt blöderweise auch damals eine unschöne Diagnose und alles quasi zusammen, da bin ich zwischendurch mal kurz in die Knie gegangen.
Ich war - und darauf bin ich wirklich stolz - allerdings zu keinem Zeitpunkt von Sozialhilfe abhängig, weil das für mich eine Stolzfrage gewesen ist. Ich hatte allerdings auch das Glück, mich da mit Nebenjobs über Wasser halten zu können.
Das alles hat eine gewisse Grundangst getriggert, das zu verlieren, was mir was bedeutet.

So im Nachhinein... und ganz rational... weiß ich durchaus, dass ich zu keinem Zeitpunkt dran gestorben oder wirklich verhungert wäre. Wir leben ja glücklicherweise in einem Staat, der einem eine Grundsicherung zugesteht. Und solange man nicht erwerbsunfähig ist, hat man ja auch irgendwie immer die Wahl, da wieder rauszukommen. (Es sei denn, man hat echt derbe miese Grundlagen, keinen Schulabschluss, keinen Führerschein und wohnt am Ar*** der Welt... oder was weiß ich.)
Und meine jetzige Situation ist ja eine Wahl-Situation, dh ich hab mich bewusst GEGEN einen Vollzeitjob entschieden. Zum einen natürlich, um das Krankheitsrisiko meiner damaligen Diagnose gering zu halten, und zum anderen, weil ich einfach nebenbei als Nebenjob mittlerweile drei Sachen habe, die sich - wenn man genug Energie, Fleiß und Arbeit reinsteckt (und Glück hat) - auch als Nebenertrag ansehen lassen. (Schriftsteller, Airbrush-Künstler, freiberufl. Lektor*) Das Risiko lag/liegt da bei mir. Wenn das nicht funktioniert, muss ich meine Situation also ändern. Aber das hab ich ja in der Hand.
Das heißt, ich kann das durchaus steuern und muss im Grunde jetzt nicht furchtbare Angst vor dem System haben, eigentlich. Zumindest will mir das System ja nichts Böses, hoffe ich.

Was macht da bei dir explizit denn die Angst aus, Elena? Kannst du das beschreiben? Oder für dich persönlich mal sagen, wovor genau du Angst hast?

*
Wovon eine Sache alle paar Wochen/Monate vl so ca 100 € einbringt, wenn ich einen Kundenauftrag erledigt hab und das andere noch keinen Cent eingebracht hat, weil Bücher schreiben eine Sache ist, die man jahrelang erstmal als Hobby für sich betreiben muss, ehe man evtl möglicherweise das Glück hat, ein paar Euro damit zu verdienen. Und selbst das ist Risiko. Wenigstens zahl ich nix drauf. xD


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Elena

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35

Mittwoch, 3. Januar 2018, 21:33

@Mika

:read: ... *seufzt* ... steht alles schon weiter oben im Thread. Ich denke, das ich genug dazu geschrieben habe. Außerdem habe ich den Eindruck, das ich nicht verstanden werde, ganz gleich, wieviel oder was ich noch darüber schreiben würde.
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(Mahatma Gandhi)

Kelet

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36

Mittwoch, 3. Januar 2018, 22:44

Ärgere dich bitte nicht über sie, Elena.
Sie verstehen dich nicht, da hast du Recht.
Sie erkennen nicht, dass es in dieser Welt nicht mit rechten Dingen zu geht, also werden sie auch nie erwachen.
Sie finden diese Welt in Ordnung so wie sie ist und fühlen sich wohl darin.
Das Leben ist so kurz, man sollte es genießen, wenn man kann.

+++

Und ja die Menschen haben Angst...

z.B. vor dem dritten Weltkrieg,
nach den G20 Demos, auch vor Bürgerkrieg,
vor der Islamisierung,
vor dem Untergang der deutschen Kultur,
vor dem Finanz-Crash;
meine Chefin hat Angst die Firma zu verlieren, weil sie 50 000 € Steuern nachzahlen muss,
ich hatte sehr lange Zeit Angst, dass die Menschen, die ich mag, mich nicht mehr mögen werden, wenn sie erfahren, dass ich zu den Verschwörungstheoretikern gehöre...

ja, ich könnte die Liste beliebig fortsetzen, denn fast alle haben vor irgendetwas Angst.


Eine Angst, ist besonders heimtückisch: die Zukunftsangst.
Wie man sie ausmerzt?
Indem man die Massenmedien meidet, das innere Kind rauslässt und in hier und jetzt lebt.
Und lieben sollte man, denn die Liebe ist die stärkste Waffe gegen die Angst.


Wenn die Liebe eine Waffe sein kann, dann auch die Angst.
Mit dieser Waffe in der Hand kann man Menschen wie Schafe in eine beliebige Richtung treiben.

"You can try to describe me but you'll never define me"

(The Relentness)

Lojko

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37

Donnerstag, 4. Januar 2018, 22:11

Hey, Schwesterchen, du hast noch die Angst vor Terroranschlägen und gewalttätigen Übergriffen aller Art, vergessen :icon_razz:.

Zitat

Zumindest will mir das System ja nichts Böses, hoffe ich.
So siehts aus, Mika, sonst wärst schon längst im Camp Knacki oder, was bei weitem schlimmer wär, mausetot :icon_lol:.
Too weird to live, too rare to die!
+++
~Ich bin tolerant. Ich hasse alle.~
+++
"Zwei gingen hinein, einer kam heraus, tick tack, einer im Sack."
(Dr.Wonder)

Elena

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38

Freitag, 2. Februar 2018, 10:24

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(Mahatma Gandhi)

Kim

glmpf

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39

Samstag, 10. Februar 2018, 07:43

ich bin da ganz bei dir , Elena. Die Menschen, die Grundsicherung und Alg2 bekommen, sind oft, von Angst zerfressen, denn sie leben am Existenzminimum, das droht gestrichen zu werden, wenn sie einen angebotenen Scheißjob ablehnen, weil sie ihn nicht machen können oder wollen und Leute, die nicht arbeiten können, kriegen auch nicht so ohne weiteres Rente. Die, die einen Job haben haben Angst ihn zu verlieren und zu ersteren zu gehören.
Mir gefällt dein Ansatz, wie du es dir vorstellst, wie Menschen in Zukunft leben könnten. Ich habe da ganz ähnliche Vorstellungen.
Die Grundrechte werden hier in der Praxis unterwandert, und das wissen nur diejenigen, die es betrifft.
Im Wesen von Beobachtung - seiner wahren Bedeutung - gibt es kein Denken; da gibt es kein Zentrum eines "ichs", das "dich" anschaut
Krishnamurti

Elena

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40

Dienstag, 27. Februar 2018, 10:10

bei ZON ist heute ein Artikel über die "Pflege" in Deuchtschland erschienen.

"Keine Zeit für Menschlichkeit"

Ich habe nicht alle Stellungnahmen gelesen, dies vorweg, aber bei dem was ich gelesen habe, fühle ich mich in meiner Meinung bestätigt, das etwas gewaltig schief läuft in unserem "Gesundheitssystem". Da braucht man sich auch nicht wundern, wenn sich immer weniger Menschen finden lassen, die einen Pflegeberuf ergreifen und ausüben möchten. Und gerade Menschen, die eigentlich gerne Dienst am Nächsten leisten, die empathisch sind, mitfühlend und aus dem Herzen heraus handeln möchten und eigentlich prädestiniert wären für diesen Beruf, macht diese Arbeit bzw. diese Bedingungen und Umstände unter diese statt findet kaputt. Auch deswegen, werde ich persönlich zum Beispiel keine Ausbildung in diesem Bereich beginnen, auch wenn dort vielleicht auch ältere Bewerber_innen genommen werden. Ich weiß, das dieser Beruf nichts für mich ist - aus verschiedenerlei Hinsicht - und das ich mit diesen Belastungen und Zuständen nicht klar käme, die in dem Artikel deutlich benannt werden. Und dann braucht man sich auch nicht wundern, wenn für die Patienten_innen damit die Lage auch schlechter wird. Man vielleicht nur eine Nummer, ein Name ist - ein Ding an dem gearbeitet wird, mit dem Geld verdient wird, oder das Geld kostet. Und die Menschlichkeit, die Menschenwürde, die bleibt dabei leider auf der Strecke.

Hier noch ein zweiter Artikel dazu: Klick
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