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Mikael

Legal Assassin

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1

Montag, 29. August 2016, 16:11

Überarbeitung

Okay, netter Titel für dieses Topic... das ist herrlich zweideutig. Und so wahr. -_-

Na gut, ich bin noch nicht wirklich überarbeitet, aber ich überarbeite das Manuskript und es strengt ganz schön an. Verdammt, ist das viel Arbeit. Und so sehr das Schreiben mal Spaß gemacht hat... derzeit ist die Korrektur daran wirklich mühsam.
Ich hab das Gefühl, dass ich kaum weiterkomme. Immer, wenn ich Szenen abhake, schiebt jemand Kritiken hinterher. Ich frage mich allen Ernstes, wieso das vorher keinem aufgefallen ist. Irgendwie muss ich fast alles neu schreiben.

Ich hab vor ner Weile noch gedacht, dass ich das mit der Überarbeitung in einem Jahr locker schaffe - mittlerweile bin ich mir da nicht mehr so sicher. Ich mach hier jetzt mal so ne Art Fortschrittsanzeige, vielleicht hilft das ja. Auch wenn ich nicht ganz weiß, wie ich das tun soll, weil ich nichtmal irgendwo nen Strich drunter machen kann.

Okay, den Prolog... lass ich jetzt wirklich. Eigentlich hatte ich das auch beim ersten Kapitel vor, aber ich hab auf der ersten Seite grade schon wieder zig Anmerkungen von Sis bekommen, dass ich am liebsten nur vor- und zurückschaukeln würde. Bringt jetzt aber auch nichts, sich deswegen demotivieren zu lassen. Narf...

(Stichwort: Pussis, Feiglinge, Brechreiz... hey, danke für deine Feinfühligkeit, wenn du auf meinem Herzblutwerk rumtrittst, danke...)


Okay, was solls, ich mach mal weiter. Sonst bleib ich ewig an dieser Stelle.

Momentan bin ich hier: Kapitel 2, 8/9 - "Schwarz" (Aramis im Labyrint), arbeite grade diverse AG-Lektorate ein. Blöderweise krieg ich grad echt extrem ominöse rechte-Schulter-Schmerzen. oO Shit. Hoffentlich nur falsch bewegt, das tut echt gemein weh und zieht durch den ganzen Arm.

Muss mir immer nur wieder vor Augen halten, wofür ich das tue und dass das mein Traum ist. Und das Ziel in Reichweite ist.
Okay? Okay.


Nichts ist wahr. Alles ist erlaubt.



2

Mittwoch, 31. August 2016, 07:11

Wenn ich immer so lese was du daran änderst, dann kommen mir Zweifel, ob es zum Schluss noch dieselbe Geschichte ist, die ich gelesen hatte.

Ich wünsche dir gute Nerven..

Mikael

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3

Mittwoch, 31. August 2016, 09:41

Ist sie. Hoffe ich zumindest. Nur gestrafft, aufpoliert und um diverse unnötige Falten ärmer.

Ich kann euch mal zeigen, wie das - im schlimmsten Fall (bzw "besten", im nachhinein, denn offensichtlich ist die Ursprungsversion echt mies und das, was nachher rauskommt, um Längen besser) in der AG aussieht:

(Klick to open)

Spoiler Spoiler

Zitat von »"Mika"«

Ankunft am Herrenhaus (2/5)

Es war ein Uhr sechsundfünfzig, als der Polizeinotruf in der Zentrale des PSBD-Ausbildungslagers Tanor-Assur einging. Der Polizei-Sonderbereitschaftsdienst, kurz PSBD, hatte standardgemäß einige der auszubildenden Staatsagenten in Bereitschaft versetzt.
Assur bestätigte die Meldung innerhalb von Sekunden. Der Anruf wurde zum Bereitschaftsgebäude weitergeleitet, wo die Agenten sofort ihre Anweisungen bekamen.

Dieser Absatz ist total komplex und für den Verlauf des Kapitels völlig egal. Straffe ihn auf die wesentlichen Fakten.

Mal ein Vorschlag:
Es war ein Uhr sechsundfünfzig, als der Notruf in der Zentrale des Ausbildungslagers des Polizei-Sonderbereitschaftsdienstes, kurz PSBD, einging. Sofort nach Eingang der Meldung erhielten die Agenten des Bereitschaftsdienstes ihren Einsatzbefehl.

Drei Personen verließen eilig das Gebäude und sprangen in den Einsatzwagen. Der Schnee spritzte zu allen Seiten, als der Jeep Wrangler wendete, mit durchdrehenden Reifen anfuhr und kurz darauf durch das Haupttor von Tanor-Assur in die Dunkelheit raste.



Er erreichte die Umgehungsstraße, bog nach rechts ab und gewann erneut an Geschwindigkeit.
Das Einsatzfahrzeug schoss über die zu dieser Nachtstunde leere Umgehungsstraße. Seine Die LEDs der Lichtbalken auf dem Dach flackerten lautlos, während das Einsatzfahrzeug über die nachtleere Fahrbahn schoss. Sie zeichneten lautlos blaue Fetzen in den Wald, in den der Wagen wenig später einbog. Der Wagen bog auf einen der verschlungenen Waldwege ab und Dank GPS war die Fahrt durch die verschlungenen Waldstraßen kein Problem und die drei Agenten vom PSBD erreichten knappe dreizehn Minuten nach Eingang des Notrufs das Herrenhaus des Grafen Dannken - eine Rekordzeit.

Ein mächtiges Eisentor einige hundert Meter vor dem Gebäude verhinderte allerdings jäh die Weiterfahrt. und das plötzliche Bremsmanöver hinterließ Schneeberge vor den Reifen, als Jäh kam der Jeep quer vor dem Hindernis zum Stillstand kam.
Drei Türen öffneten sich synchron und die Agenten sprangen in den Schnee. Das Scheinwerferlicht ging aus, die LEDs der Blaulichtanlage rotierten weiterhin auf dem Dach und erzeugten zitternde Lichtmuster auf den [s]im Wind hin und her schwingenden, kahlen Ästen des Waldes um sie herum[/s]. Der Fahrer lief ohne ein weiteres Wort auf das Tor zu. Seine beiden Begleiter zückten ihre Taschenlampen und schlossen sie sich eilig an.

Schwere Ketten waren um die Eisenstäbe der zwei hohen Flügel geschlungen und hielten das Tor fest verschlossen. Für einen winzigen Augenblick stockte die entschlossene Bewegung des Anführers, als eine Windböe heran fegte (zusammen schreiben), die die mannshohe Pforte rechts neben dem Haupttor gespenstisch aufschwingen ließ, noch bevor seine Hand das Eisen überhaupt berührte. Er fing sich rasch wieder, so dass ein aufflackerndes Zögern bloße Einbildung gewesen sein mochte, und setzte den Weg mit energischen Schritten fort.

In den schwarzen Uniformjacken mit dem weißen PSBD-Adler auf der linken Brusttasche, den emotionslosen Mienen und geübten, stereotypen Handgriffen wirkten die drei Agenten wie ein eingespieltes Team. Die Dunkelheit verbarg ihre jugendlichen Züge und verlieh ihnen etwas Unnahbares, Kraftvolles. Ein etwaiger Beobachter hätte allerdings erste Anzeichen einer aufflackernden Unsicherheit erkannt, als die Mauern des beeindruckenden Herrenhauses nach einer Rechtskurve auftauchten. Als die Mauern des Herrenhauses auftauchten, zögerten alle drei beinahe unmerklich, Für einen Moment wurden die ihre Bewegungen beinahe synchron langsamer, verharrten einen Sekundenbruchteil und zögerten unmerklich, bevor sie ihren Weg fortsetzten.

Drei Augenpaare richteten sich auf das Dach des Bauwerks, das durch die schwarzen Äste der Bäume zu sehen war.
Tiark, der Jüngste des Teams, fröstelte und senkte seinen Blick unbewusst wieder zu Boden. Falls seine Kollegen ein ebenso mulmiges Gefühl verspürten, ließen sie es sich nicht anmerken. Er sog nervös die Luft zwischen die Zähne und bereute es im selben Augenblick, denn den feinen Ohren des großen, blonden Agenten einige Schritte weiter vorn entging absolut gar nichts.
»Los, los, ein bisschen schneller, wenn ich bitten darf«, befahl Verrence hart und warf einen unerbittlichen Blick über die Schulter, während er vorwärtslief. (getrennt schreiben)
Tiark legte einen Zahn zu, um wieder aufzuschließen. Krampfhaft hielt er die Taschenlampe fest vor sich auf verschneiten Zufahrtsweg gerichtet, um nicht versehentlich in einen auftauchenden Graben zu stürzen. Normalerweise schien der Weg vom Tor bis zum Vorplatz beleuchtet zu sein. Jetzt jedoch waren die Laternen, die man alle zwei Meter an den Wegrändern verankert finden konnte, waren so schwarz wie die Fenster des Anwesens, das nun in der kompletten majestätisch (damit weiß ich, dass es groß sein muss) en Größe vor ihnen aufragte.

Für einen Moment wurde es hell, als schufen vorbeijagende Wolken ein Loch für den Mond schufen. Wenige Sekunden leuchtete er hinter einem Giebel des Bauwerks hervor und warf den massiven Schatten des Gebäudes auf die schneebedeckte Fläche vor der Haupttreppe.
»Alles dunkel«, rief Saryu von der Seite gegen den Wind.
»Wir versuchen es direkt über den Vordereingang. Das Haus ist zu groß für Experimente«, befahl Verrence, mit 29 Jahren der Älteste des Trios und seines Zeichens Einsatzleiter.
Tiark hob den Blick und sah an der düsteren Hausfront hoch. Er war sichtlich nervös und fuhr sich hektisch mit der Hand durch die kurzen, hellroten Haare, während er mehrmals über die Schulter den Weg zurück zum Einsatzwagen hinunter sah. Er Dann atmete er tief ein und folgte seinen beiden Kollegen auf das zum Haus zu.

Große Fenster hinter einer umlaufenden Veranda, die sich um den vorderen, linken Teil des Haupthauses wand, erweckten den Eindruck bodenloser, schwarzer Sie sahen aus wie schwarze Löcher. Der Eingang wirkte prunkvoll und edel, doch bei näherer Betrachtung waren die Balken des Geländers gesplittert und die das Dach stützenden Pfeiler Dachpfeiler verzogen. Durch die verglaste Vorderseite des Erdgeschosses fiel kein Lichtschein nach draußen.
Ein Schornstein ragte rechts vom Haus auf und über dem Verandadach kamen weitere Erker und Türme zum Vorschein. Alles in allem machte der Bau den Eindruck, immer wieder um vereinzelte Zimmer erweitert worden zu sein. Das kann man im Dunkeln bei Stress abschätzen? Und wer denkt das gerade? Tjark?

»Unheimlicher Kasten«, murmelte Saryu und Tiark nickte. Er blieb neben seinem Kollegen am Fuße der Treppe stehen, was beiden einen missbilligenden Blick von ihrem Einsatzleiter einbrachte, der bereits ein ganzes Stück weitergegangen war. Hat er Laseraugen oder wieso sehen die beiden das?
»Und was soll das werden?«, fragte Verrence barsch und drehte sich auf dem Absatz herum.
Saryu gab sich als Erster einen Ruck und setzte sich wieder in Bewegung.
»Es scheint irgendwie … leer zu sein.« Tiarks Stimme klang gepresst.
»Verdammt, was ist denn los mit euch?« Verrence schüttelte den Kopf und sprang die Stufen zur Eingangstür hinauf. Sie war verschlossen, wie er nach einem kurzen Rütteln feststellte. Mit zusammengekniffenen Augen ging er einige Schritte rückwärts die Treppe wieder herunter und sah an der Vorderfront des Anwesens hoch.
»Nichts zu sehen, drinnen brennt kein Licht. Tiark?« Er wandte den Kopf zur Seite. »Kontakt herstellen.«
Der Angesprochene nickte und zog ein Mobiltelefon aus seiner Tasche. Er drückte mehrere Knöpfe, hielt das Telefon ans Ohr und lauschte ein paar Sekunden, bevor er einen missmutigen Blick auf das Display warf. »Kein Empfang. Ich komm nicht durch.«
Verrence knurrte etwas Undeutliches und hastete kurzerhand erneut die Treppe zur Vordertür hoch. Saryu, der ihm gefolgt war, legte die Hände an die Scheiben der Glasfront daneben und versuchte erfolglos, ins Innere des Hauses zu spähen.

»Okay. Aufmachen«, sagte Verrence, meinte die Tür und ging einen Schritt zurück. Saryu trat vor, beförderte wortlos ein Brecheisen aus einer Tasche und setzte es mit ein paar geübten Handgriffen am Türspalt an. Das alte Holz knackte und leistete nur kurzen Widerstand.
Keine Minute später nickte Saryu und machte Verrence Platz, der kaum seine gesamte Kraft in den Tritt legen musste. Es krachte, als er die Tür in Höhe des Schlosses traf und sie damit beinahe aus den Angeln riss. Mit einem Kopfnicken bedeutete er den Kollegen, ihm zu folgen, und trat ins Innere des Hauses.
»Das riecht nach Tod hier«, meldete sich Tiark und erntete wiederum einen vernichtenden Blick des Einsatzleiters.
»Du machst mich heute wahnsinnig, jetzt reiß dich mal zusammen!«, fuhr Verrence ihn mit gesenkter Stimme an und sein Gegenüber zog den Kopf ein. Der Anführer hob die Taschenlampe auf Augenhöhe und ließ einen ersten Rundumblick durch den Eingangsbereich schweifen. Er fühlte selbst eine erhebliche Anspannung, schob das aber dem unübersichtlichen Gebäudekomplex zu. Ein wenig gefasster drehte er sich erneut zu Tiark um.
»Bleib hier draußen und halte die Stellung, wir gehen rein. Sobald du etwas Auffälliges siehst, meldest du dich per Funk. Pass auf, dass niemand flieht, und behalte die Umgebung im Auge. Du wirst nichts im Alleingang unternehmen, klar?«
Tiark nickte erleichtert, sprang die Treppe wieder hinunter und verschwand kurz darauf im Schatten eines niedrigen Nebengebäudes in der Nähe, um einen weiträumigen Blick auf den vorderen Teil des Anwesens zu bekommen überblicken zu können. Saryu war derweil neben Verrence getreten. Dieser wies mit dem Kopf in die Dunkelheit.

Ein plötzlicher Windstoß von draußen fuhr heulend durch den hohen Flur und bauschte einen Wandbehang aus besticktem Stoff auf, der einen Teil der linken Wand zierte. Soll das ein Wandteppich sein? Dann schreib das auch einfach hin. Saryu platzierte die Brechstange als Stopper am Türrahmen und lehnte die Tür an, um sie am Zuschlagen zu hindern.
»Polizei! Hallo?«
Die Worte wirkten laut in der fast greifbaren Stille, ernteten allerdings keinerlei Reaktion aus dem Hausinneren. Tjark hat recht, es riecht nach Tod, dachte Verrence und er biss sich auf die Lippen. Er zog seine Dienstwaffe aus dem Schulterholster. Saryu folgte seinem Beispiel und warf ihm einen kurzen Blick zu, in dem Unbehagen mitschwang.
Langsam hob der Einsatzleiter seine Waffe an und ging vorwärts, sein Kollege blieb dicht hinter ihm, Pistole und Taschenlampe ebenfalls im Anschlag.

Nach wenigen Metern öffnete sich der Gang zu zwei Seiten und gab den Blick auf eine breite Wendeltreppe frei, die beinahe den kompletten Flurbereich ausfüllte. Das kann ich mir gerade räumlich gar nicht vorstellen. Ein Gang, der sich zu zwei Seiten öffnet? Verbreitert er sich vielleicht einfach zu einem Raum/einem Vestibül?
Verrence blieb einen Moment am Fuße der Treppe stehen, um in beide Richtungen zu leuchten. Weitere Türen wurden sichtbar, alle geschlossen.
Nach links machte der Flur einen Knick und führte tiefer in das imposante Anwesen hinein. Er gab Saryu per Handzeichen den Befehl, sich umzusehen, und wandte sich dann rechtsherum nach rechts.
»Funkkontakt, bleib in Verbindung!« Er wartete nicht auf eine Reaktion, sondern lief los. Sein , während sein Kollege kurz nickte, hob Taschenlampe und Waffe anhob und entfernte sich in die Gegenrichtung entfernte.


oder

Spoiler Spoiler


Zitat


Guten Abend.

Zitat von »"Mika"«


Erleichtert, seinen Erzrivalen für eine Weile los zu sein, stapfte Damon den Flur hinab.
Er warf einen kurzen Blick in den Speisesaal, als er daran vorbei kam. Das Licht des wuchtigen Kronleuchters an der Decke blieb aus, als er den Schalter neben dem Türrahmen betätigte, doch zwei von insgesamt fünf Wandlampen gingen an.

Natürlich war Aramis nicht hier.
Damon bezweifelte, dass er seinen Kollegen dadurch fand, indem er nur geduldig eine Tür nach der nächsten öffnete, jedoch vertrieb der Versuch einen Teil der verspürten Ratlosigkeit. Die Situation machte ihn wütend.
Sie hätten längst auf dem Heimweg sein können. In diesem antiquierten, verstaubten Haus lebte außer einer Horde von Spinnen und Ratten keine Menschenseele mehr. Der ganze Auftrag ließ sich an Sinnlosigkeit kaum überbieten und Aramis‘ wortloser Abgang setzte der Farce die Krone auf.
Dass ein derartiges Verhalten absolut nicht zu seinem verlässlichen Kollegen passte, schob er trotzig zur Seite, ehe die Sorge an Substanz gewann. Etwas heftiger als notwendig schlug er die Tür des Speisesaals hinter sich zu.

Am Ende des Flurs blieb er einen Moment stehen und starrte auf die angelehnte Tür vor sich. Er stieß mit dem Fuß dagegen und sie schwang knarrend auf.
Hier funktionierte die Deckenlampe, jedoch konnte ihr flackerndes Licht den Raum nur bedingt erhellen. Das Summen des defekten Leuchtkörpers klang wie das eines eingesperrten Insekts in einem Einmachglas. Schönes Bild, äh, Klang.
Damon betrat die Küche und sah sich um.
Dichte Spinnenweben zogen sich quer über die Küchenzeile. Eine skelettierte Topfpflanze in der Ecke war nahezu komplett damit eingesponnen und Damon schauderte.

In einem kleinen Durchgangsflur zum Esszimmer entdeckte er einen Speiseaufzug hinter einer Klappe in der Wand und leuchtete mit der Taschenlampe hinunter. Offensichtlich befand sich die Kabine des Lastenaufzuges im Keller; zwei Stahlseile führten durch den engen Schacht nach unten. Damon drückte probehalber auf die in einer unscheinbaren Bedientafel eingelassenen Steuerelemente des Aufzuges, doch es passierte nichts.

Er schloss die Klappe und drehte sich wieder zur Küche um. Die meisten der Schränke, die er wahllos öffnete, fand er jedoch leer vor.
Bei der letzten Schublade hatte er nicht einmal mehr genau hingeguckt, daher errang ihr Inhalt nur dadurch seine Aufmerksamkeit, indem er aus seinem Blickfeld huschte.
Damons Kopf ruckte herum. Er beugte sich vor und spähte in die Lade, sah jedoch auf den ersten Blick nichts als Dunkelheit. Etwas weiter hinten, in den Tiefen des Schrankes, bewegte sich langsam ein schwarzer Fleck im Schatten. Vorsichtig tastete der weißhaarige Die Haarfarbe finde ich an dieser Stelle nicht relevant. Stört den guten Fluss hier. Tiger nach seiner Taschenlampe und leuchtete unter die Schubladenkante. Als die riesige Spinne im Schein der Lampe erschien, machte er einen abrupten Satz rückwärts und stieß einen kurzen Eines von drei Attributen in diesem Satz. Ich finde das sollte weg. Fluch aus.

Anstatt vor dem Licht zu flüchten, blieb das handtellergroße Tier an der Rückwand der Schublade sitzen und stellte die Härchen der Beine auf. Das kann Damon sehen? Auch bei einer handtellergroßen Spinne, sind die Haare doch sehr klein, oder?
Bis hier hin liest sich das schön flüssig und stimmungsvoll. Im folgenden Abschnitt, hab ich ein paar Stellen notiert, die ich sprachlich nicht so gelungen finde.
Hektisch fuhr Damon herum, um Angriffe weiterer achtbeiniger Riesenspinnen fürs Erste ausschließen zu können. Als er im Rest der Küche nichts entdecken konnte, atmete er erleichtert aus und beugte sich erneut vor, um die Spinne zu betrachten.
Die Mischung aus Ekel und Faszination verhinderte ein Abwenden seines Blicks. Solche Passiv-Sätze würde ich verhindern. Ganz besonders dort, wo du Spannung erzeugen willst. Das verdammte Vieh sah aus wie eine riesige Tarantel. Ihr pelziger Körper vibrierte unruhig. Die beiden Wörter funktionieren für mich nicht so richtig zusammen.
Ohne ein weiteres Zeichen der Warnung sprang sie vor. Damon hechtete Hechten ist für mich eine Vorwärtsbewegung. erschrocken zurück, konnte jedoch nicht verhindern, dass sich die Spinne an der Taschenlampe festklettere. Er schleuderte die Lampe von sich und das Tier fiel mit ihr auf den Boden, wo es für einige Augenblicke reglos verharrte, sich dann aber berappelte Kenn ich so nicht. Ich schreib immer aufrappeln. Is das was Länderspezifisches? und in den Schatten zu kriechen versuchte. Mit klopfendem Herzen zog Damon seine Dienstwaffe aus dem Holster, richtete sie auf die fliehende Tarantel und feuerte unkontrolliert darauf los. Laut peitschten die Schüsse durch die Stille. Die Schüsse peitschten durch die Stille fände ich stärker.

Ein paar Sekunden später riskierte er einen Blick unter den nahen Esstisch und widerstand nur mühsam dem Impuls, aus dem Raum zu rennen.
Zum Glück war Lando nicht hier. Der hätte jetzt womöglich den perfekten Aufhänger gefunden, ihn zum Gespött des gesamten Lagers zu machen, indem er allen erzählen würde, wie er in der Küche stand und panisch auf Spinnen schoss; das Äquivalent zum Eichhörnchenkiller von Assur. Verärgert über sich selbst rammte er seine Dienstwaffe zurück ins Holster. Allerdings Dieser Anschlus wirkt hier ein bisschen klobig. Würde ich anders formulieren. kam es ihm seltsam vor, dass sich trotz der lauten Schüsse noch keine eiligen Schritte näherten. Er lauschte, hörte jedoch nichts, abgesehen vom Summen der Deckenlampe. Dann drehte er sich um und öffnete eine kleine Tür, die in einen Vorratsraum führte.

Hoppala, fehlt hier was? Langen Regale bogen sich beinahe unter den Staubschichten, die sich mittlerweile über die Jahre angesammelt hatten. Undurchdringliche Spinnenweben in sämtlichen Ecken zeugten auch hier von einer ungewöhnlich hohen arachnoiden Anwesenheit, jedoch zeigte sich vorerst kein weiterer Vertreter dieser Spezies. Im vorderen Teil der Vorratskammer entdecke Damon einige Konservendosen.
Er ließ den Kegel der Taschenlampe durch den Raum gleiten, bemerkte eine verstaubte Kühltruhe und hob den Deckel an. Der Inhalt von durchsichtigen Plastikbeuteln, der vermutlich vor Jahren aus essbaren Nahrungsmitteln bestanden, Einzahl, bezieht sich auf den Inhalt der Beutel sich jetzt jedoch schon zunehmend zersetzt hatte, war nur mehr als graubraune Masse erkennbar und Damon ließ schaudernd den Deckel zufallen.
Er leuchtete ein letztes Mal über die Regale, drehte sich zur Tür und wollte wieder in die Küche gehen – doch er prallte jäh zurück.
Dichte, klebrige Spinnweben versperrten den Durchgang.

Damon blinzelte für einen Moment und starrte die offene Tür und den Türrahmen vor sich an. Keine Spinne der Welt konnte so etwas in so kurzer Zeit zustandebringen. Die Küche dahinter war nur noch durch ein silbriges Netz aus feinen Fäden erkennbar.
Irritiert drehte der Agent sich um die eigene Achse und hob die Taschenlampe hoch, um den Raum, in dem er stand, auszuleuchten. Ein schneller Rundblick ließ ihn den Gedanken um eine weitere Tür verwerfen: Es gab nur diese.

Er bekämpfte das mulmige Gefühl in der Magengrube, trat näher und stutzte, als er das Glühen bemerkte. Die dünnen Fäden vor ihm fluoreszierten!
Um seinen Verdacht zu bestätigen, leuchtete er mit der Lampe dicht an das Spinnennetz heran und schaltete dann die Lichtquelle aus. Tatsächlich glühte die Barriere zwischen den Räumen im Halbdunkel unheimlich in einem diffusen, grünen Licht weiter und erweckte bei Damon den Anschein giftiger Radioaktivität. Das Bild, das sich durch diese zwei Wörter ergibt, ist stimmig. Aber wissenschaftlich betrachtet, ist der Begriff giftige Radioaktivität sehr falsch.
Mit klopfendem Herzen hob er die Hand, um das Netz zu berühren, entschied sich aber im letzten Moment anders dagegen, als er in der oberen Ecke mehrere ebenfalls grünlich leuchtende Augen in der Dunkelheit ausmachen konnte, die ihn lauernd beobachteten.
Damon wich einen Schritt nach hinten und prallte gegen die alte Kühltruhe. Seine Hand fuhr instinktiv wieder zu seiner Dienstwaffe, doch er zwang sich, ruhig zu atmen und einen kühlen Kopf zu bewahren.
Offensichtlich hatte er es hier nicht mit herkömmlichen Hausspinnen zu tun. Ihre Größe, sowie ihre seltsam anmutende Radioaktivität Ob sie wirklich radioaktiv sind, weiß Damon ja nicht. Das Leuchten ist doch eher das, was ihn beunruhigt. beunruhigten ihn zutiefst; das Wort »giftig« schien nahezu für sie erfunden worden zu sein. Den Einwurf finde ich überflüssig. Du hast es schon ganz gut beschrieben, dass die Viecher giftig aussehen. Das Netz mit bloßen Händen zu zerstören, erschien ihm deshalb in erster Linie leichtsinnig und gefährlich.

Angespannt Die Wortwahl ist mir hier zu schwach. Eilig würde mir hier einfallen. suchte er nach etwas, womit er sich den Weg freikämpfen konnte. In Abstellkammern wie diesen erwartete man, Besen oder ähnliche Utensilien mit langen Holzstielen zu finden, doch er entdeckte nichts. Ein hoher Schrank in der hinteren Ecke versprach zwar eine dementsprechende Hoffnung auf Erfüllung des Gesuchten Zu hochtrabend. Und zu passiv für die angespannte und beinah aussichtslose Stimmung hier, allerdings war auch darum dichtes Spinnwebenwerk gewoben und er wagte nicht, die Fäden zu berühren.
Sein suchender Blick fiel auf eine Flasche mit Brennspiritus, die auf einem Regal stand. An einem Haken hinter der Tür entdeckte er ein paar verstaubte und vor Schmutz starre Putzlappen.
Ob und wie diese Spinnennetze brennen konnten, wusste Damon nicht. Und obwohl er gern die Wirkung eines Molotowcocktails in Hinblick auf die ihm den Rückweg versperrende Barriere getestet hätte, entschied er sich aufgrund der akuten Brandgefahr dagegen. Das Innere des Hauses bestand hauptsächlich aus Holz.

Er seufzte und kramte in seiner Jackentasche nach seinem Feuerzeug. Bevor er es jedoch an das glühende Netz vor sich hielt, drehte er sich suchend im Raum um. Er hob die Taschenlampe und fand in einer Regalecke das kleine, unscheinbare Netz einer vermutlich stinknormalen Hausspinne, die ihm in dem Moment verglichen mit den bösartig wirkenden Taranteln in seinem Rücken wie ein Kuscheltier vorkam.
Darauf bedacht, nichts anderes zu berühren, hielt er die Flamme des Feuerzeugs an die dünnen Fäden. Wie er insgeheim erwartet hatte, brannten Spinnweben nicht, sondern schmolzen in der Hitze und verpufften in der Luft. Bestens.
Entschlossen drehte sich Damon um, das Feuerzeug wie eine Superwaffe grimmig erhoben, bereit, sich den Weg in die Küche freizuschmelzen.

Er hockte sich auf den Boden vor den Türrahmen, hielt die Hand mit der kleinen Flamme an das untere Ende der dichtgewobenen Barriere – und schrie erschrocken auf, als das Netz beinahe im Ganzen wie eine Supernova Jetzt darf ich endlich mal bei anderen Leuten Übertreibungen ankreiden. :D Supernovae sind mir hier ein bisschen zu viel. Die lassen schließlich in ihrem Einzugsbereich nix übrig. explodierte. Als hätte er die feinen Fäden vorher in Spiritus getränkt, Wenn etwas schnell und überraschend passiert, würde ich den Text auch immer schön knapp und schnittig halten. breiteten sich weißgrünliche Feuerzungen rasant fauchend zu allen Seiten aus, ließen das Netz so hell leuchten wie eine an einen Starkstromgenerator angeschlossene Lichterkette. Hellgrüner Dampf stieg auf und ihm in die Nase Das klingt nicht so gut. Vielleicht: Dampf breitete sich aus und stieg Damon in die Nase?, ein beißender Gestank, der sich wie Säure anfühlte. Hier würde ein stärkerer Eindruck gut passen. Eher sowas wie: brannte wie Säure im Rachen etc.

Damon hatte instinktiv den Arm gehoben, um sein Gesicht zu schützen, und hustete. Der Qualm erfüllte den kleinen Raum, setzte sich in seinen Atemwegen fest und ließ seine Augen tränen. Ihm wurde sofort schwindelig. Die Luft brannte in seinen Lungen und hastig atmete er aus, keuchte. Gehetzt kämpfte er sich auf die Beine, verbarg das Gesicht schützend unter einem Teil seiner Uniformjacke und warf sich aus einem verzweifelten Impuls heraus gegen die brennende Netzwand. Die glühenden Spinnweben gaben problemlos nach und er stürzte benommen von den giftigen Dämpfen auf den Küchenboden, wo er reglos liegenblieb.


Trotz der vielen sprachlichen Anmerkungen, gefällt mir die Szene. Ich kaufe Damon auch ab, dass er einen relativ kühlen Kopf bewahrt. Erst habe ich mich gefragt, warum die Spinnen, die es schaffen, den Türrahmen so schnell einzuspinnen, sich so viel Zeit lassen, zu einer Attacke überzugehen. Im Nachhinein, ist ein Feind, der nicht angreift und seelenruhig wartet, viel gruseliger.


Dann kriegt man mal nen Einblick, wieso das manchmal so lange dauert, eine Szene zu überarbeiten. >>
Und nein, ich übernehm auch nicht jeden gemachten Vorschlag, natürlich nicht. Aber 90% davon sind sehr sinnvoll.

Momentan hänge ich wieder an einer Szene, die mir so überflüssig vorkommt, dass ich die Hälfte bereits gelöscht hab. Wenn es mir nichts ausmacht, weiß ich zumindest, dass die Entscheidung richtig ist.


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4

Mittwoch, 31. August 2016, 15:05

ah, ok. Dachte schon du streichst komplette passagen..

Mikael

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5

Mittwoch, 31. August 2016, 18:21

Also definitiv keine kompletten Szenen, nope. Ich kürze sie höchstens etwas, bzw komprimiere sie auf die essentiellen Dinge.

Grade zB hab ich (bzw spiele mit dem Gedanken, die Praxis kommt noch, da hab ich grade keine Zeit für) ca zwei Seiten "Kaido rennt durch den Wald und findet das Haus wieder" gelöscht. Das ist langatmig, bringt die Story nicht weiter und kann man in drei Sätzen zusammenfassen. Dass es draußen kalt ist, wissen wir bereits; dass die Funkgeräte und Handys nicht funktionieren ebenso. Ergo: Ich wiederhole mich zu oft, kann also weg und direkt an dem Punkt mit der Handlung weitergehen, an dem sie das Haus betritt.

Ähnliches mach ich zB bei Aramis im Labyrinth. Ich brauch ja nicht 3, 4 Szenen lang erklären, dass es dunkel ist und er ohne Licht durch die Gänge schiebt. Das langweilt irgendwann, ergo presse ichs zusammen, was die Spannung erhöht und die Geschichte schneller werden lässt.
Natürlich bleiben die Szenen im Kern erhalten, sie kriegen nur nen Feinschliff und werden präziser.

Zudem spare ich echt enorm an Seiten. wenn ich bedenke, dass ich mal über 900 (!) Normseiten hatte... momentan bin ich bei 689. Weißte Bescheid. xD


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Mikael

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6

Mittwoch, 31. August 2016, 18:30

... und weil ich die Szene irgendwie so mag und das eine ist, die ich tatsächlich nahezu komplett umgeschmissen und geändert habe, lass ich sie einfach als Beispiel mal hier.

Ist ja immerhin der Anfang von WM. :-)


- Strafdienst -

Anfang von Kapitel 1, nach dem Prolog:

Spoiler Spoiler


Die Zeiger der Uhr an der holzvertäfelten Wand zeigten Punkt 18:00 Uhr am Abend des 31. Dezember. Draußen fegte der Wind um die Gebäude des PSBD-Ausbildungslagers Tanor-Assur. Vor dem Fenster sah man ab und zu einen vorbeifahrenden Einsatzwagen auf der ansonsten menschenleeren Straße. Der wolkenverhangene Himmel deutete auf weiteren Schneefall hin, doch das störte heute niemanden. Eine fast greifbare Vorfreude auf die in nur wenigen Stunden steigende Silvesterfeier lag in der Luft.
Seit Tagen lagerten in der geräumten Fahrzeughalle bereits unzählige Fässer und Flaschen voll mit hochprozentigem Inhalt. Zudem prophezeite eine Bühne mit monströser Musik- und Lichtanlage, sowie diverse ausrangierte und modifizierte Dachbalken-LED-Partylichter, Girlanden, Cocktailgläser und allerlei anderes Utensil eine grandiose Jahresabschlussfeier für die Agenten des gesamten Lagers.
Nun, zumindest für fast alle; für einige wenige sah der Abend eine besondere Beschäftigung vor.
Dianara, die Leiterin des Teilbezirks Assur, saß in ihrem Schreibtischsessel und starrte mit finsterer Miene auf eine Sonnenbrille in ihren Händen. Es war keine Herkömmliche, so viel wusste sie mittlerweile. Optisch erinnere sie das futuristisch anmutende Design an eine digitale 3D-Brille, aber damit schien sie falsch zu liegen.
Sie klappte vorsichtig die Bügel aus und drehte das Objekt hin und her, bis sie an der Seite mehrere gut verborgene Knöpfe fand. Einen Augenblick zögerte die Chefin, doch die Neugierde war stärker. NV tat gar nichts, ebenso wenig MV. TP auch nicht. Sie probierte es mit einem Druck auf DM, aber das Gerät blieb dunkel. Ein letzter Versuch auf X schaltete das technische Spielzeug plötzlich ein und das Bild ihrer Schreibtischunterlage flackerte im Display auf. Fasziniert schob sich Dianara den äußerlich schwarzen Balken vor die Augen und hob den Kopf.
An den Rändern des angezeigten Sichtfensters tauchten blinkende Zahlen und Hinweise auf und hastig nahm sie die Brille wieder ab, ehe sie Kopfschmerzen davon bekam.
Die Gegensprechanlage summte.
»Die drei sind da.«
»Gut«, antwortete sie. »Ich bin gleich soweit.«

Sie betrachtete sich kurz in einem Taschenspiegel, den sie in der obersten Schublade des Schreibtisches aufbewahrte. Mit einer Kopfbewegung brachte sie ihre schulterlangen schwarzen Haare aus dem Gesicht und bemühte sich, die strenge Miene aufzusetzen, die ihr bei den Azubis den nötigen Respekt verschaffte. Das funktionierte immer.
Die Chefin zog die drei Personalakten heran, die vor ihr lagen und warf schnell einen kurzen Blick in jede, um sich die Namen ins Gedächtnis zu rufen.
Lando, Nitha und Kaido.
»Okay, schick sie rein«, teilte sie der Gegensprechanlage mit, lehnte sich im Sessel zurück und legte die Fingerspitzen aneinander.
Die Tür ging auf und die drei Gerufenen traten in den Raum. Wie alle PSBD-Agentenanwärter hatte man auch sie von ihren jeweiligen Polizeiakademien abgezogen, damit sie ihre Ausbildung in dieser Spezialeinheit weiterführten. Es bedeutete ein Privileg hier zu sein. Allerdings schloss das nicht das Büro der Chefin mit ein, diese Tatsache war allgemein bekannt.
Dianara bemerkte Unsicherheit und Unbehagen. Gut so.
Sie schwieg mit eiserner Miene und wartete, bis die angehenden Agenten vor dem wuchtigen Schreibtisch stehenblieben. Mit einer knappen Geste deutete sie auf die Sessel vor sich. »Setzt euch.«
Während dem Befehl Folge geleistet wurde, schlug sie die oberste Personalakte demonstrativ auf und wartete, bis sie sicher war, die ungeteilte Aufmerksamkeit zu genießen.
Sie nutze den Moment, um den Agentenanwärter ganz rechts, Nitha, etwas länger zu mustern. Laut Akte gehörte die merkwürdige Elektrobrille ihm; mehr noch: Er hatte sie selbst gebaut. Den Beschwerden einiger Ausbilder zufolge, schien er sie so gut wie nie abzusetzen und sich auch nicht an das ausgesprochene Trageverbot im Unterricht zu halten. Schlussendlich war Nithas »Visor« einkassiert worden und lag deswegen jetzt auf ihrem Tisch.
Der 19-jährige Polizeianwärter hielt den Kopf gesenkt und starrte auf seine Hände. Die kinnlangen rot-grünen Haare fielen ihm tief ins Gesicht und verhinderten einen Blick in seine Augen.
Kaido, die 20 Jahre junge Frau in der Mitte mit den langen braunen Locken, betrachtete angestrengt ihre Fingernägel. In ihrem Fall bestand ihr Vergehen in unerlaubtem Verlassen des Geländes sowie unentschuldigtem Fehlen in den letzten Unterrichtsstunden. Die drei Whiskeyflaschen, die ihr am Südtor abgenommen worden waren, standen mittlerweile auf dem Schreibtisch ihrer Vorgesetzten. Sie hielt den Kopf ebenfalls schuldbewusst gesenkt und Dianara verspürte eine gewisse Genugtuung.
Nicht selten wurde der Name der Assurchefin mit Ehrfurcht ausgesprochen. Gespräche mit ihr unter vier - oder in diesem Fall acht - Augen waren legendär und gefürchtet. Offenbar jedoch erzielte ihre einschüchternde Aura bei Lando noch nicht die gewünschte Wirkung; er saß heute nicht das erste Mal vor ihr in diesem Büro. Er hatte wenig von dem provozierenden Verhalten eingebüßt, das ihr bereits zuvor aufgefallen war und war der Einzige, der ihrem Blick zumindest einige Sekunden lang standhielt.
Lando wusste um sein Aussehen und um den Effekt, den er damit auf seine Umgebung ausübte. Sein makelloses Antlitz wurde allerdings durch einen aufkeimenden Bluterguss neben dem linken Auge sowie gut sichtbare Spuren einer aufgeplatzten Lippe gestört.
Dianara stand auf und griff wie beiläufig nach dem Visor auf dem Tisch. Sie bemerkte, wie Nithas Blick dem Objekt in ihrer Hand folgte. Aus seiner Akte wusste sie von seinen ungewöhnlich hellen Augen, die den Eindruck vermittelten, als trüge er helltürkise Kontaktlinsen. Sie vermutete, dass er die Brille deswegen kaum absetzte, wenngleich ihr keine gesundheitliche Einschränkung bekannt war.

»Ich nehme an, ihr wisst, wieso ihr hier seid«, begann sie und baute sich mit verschränkten Armen vor dem Schreibtisch auf. »Falls nicht, helfe ich euch gerne auf die Sprünge.«
Sie machte eine kurze Pause, in der nur das Ticken der Uhr die Stille durchschnitt. Als niemand etwas sagte, fuhr sie fort:
»Nitha. Ständiges, unerlaubtes Tragen dieses …«, sie hielt das Visor hoch, »… Dings. Insgesamt liegen mir hier drei Beschwerden deiner Ausbilder vor. Nicht im Unterricht! Was ist so schwer daran?«
Dianara legte die elektronische Brille zurück auf ihren Schreibtisch und genoss das kurze Aufflackern von Verzweiflung in Nithas faszinierenden Augen. Er senkte reflexartig den Kopf, als er ihren Blick bemerkte. Natürlich würde er sein Kleinod zurückbekommen; nur nicht jetzt.
»Kaido, du enttäuschst mich.« Sie wandte sich der jungen Agentin in der Mitte zu. »Du bist eine der Besten. Bemerkenswerte Leistungen, enorme Fortschritte bei der medizinischen Zusatzausbildung - es wäre bedauerlich, wenn du es drauf anlegst, deine Zukunft in bei uns zu beenden, bevor sie richtig angefangen hat. Musste das hier sein?«
Sie wies mit dem Kopf auf die drei konfiszierten Flaschen hinter sich auf der Tischplatte. Kaido schwieg, doch ihre Lippen bewegten sich kaum merklich.
»Es ist mir völlig egal, was ihr in eurer Freizeit macht. Die hätte allerdings, wenn ich richtig informiert bin, heute erst um 16 Uhr begonnen - nicht um elf! Darüber hinaus habt ihr das Gelände nicht ohne die entsprechende Erlaubnis zu verlassen. Punkt! Ist das klar?«
Kaido nickte und verkrampfte ihre Finger ineinander.
»Und Lando, wir beide kennen uns ja schon. Bemerkenswert, nicht wahr?« Dianara faltete die Hände und lächelte, doch das Lächeln erreichte ihre Augen nicht. »Es gibt in Assur einige Agenten, die ich in drei Jahren noch nicht einmal gesehen habe. Wie lange bist du jetzt bei uns? Zwei Monate?«
Sie lehnte sich zurück und nahm seine Personalakte hoch, um darin zu blättern. »Das Thema Respektlosigkeit, Renitenz und Missachtung von Anweisungen durch Vorgesetzte hatten wir ja bereits, das erspar ich dir heute. Müssen wir die Lektionen noch um die einfachsten Grundregeln des sozialen Miteinanders erweitern?«
Sie hob die Hände und verdrehte die Augen. »Ich bin mir der Tatsache bewusst, dass es zwischen Assur und Tanor ständig Auseinandersetzungen gibt. Eine gewisse Rivalität spornt euch an, weckt euren Ehrgeiz! Aber das …!«, sie schüttelte den Kopf. »Sind wir hier in einer Dorfkneipe, verdammt nochmal? Ihr benehmt euch wie Kleinkinder!«
Sie fuhr gereizt herum, als Lando den Mund öffnete, um etwas zu sagen. »Wag es nicht, Lando! Es interessiert mich einen Scheiß, wer mit diesem Kindergarten angefangen hat!«
Der junge Agent sah betreten zu Boden. Dianaras Augen blitzen.
»Wisst ihr, ich habe eine Weile überlegt, was ich mit euch mache. Ich will nicht unfair sein und ich reiße niemandem den Kopf ab, wenn er mal über die Stränge schlägt. Ihr seid neu hier. Betrachtet das also als Verwarnung und die Erfüllung meines Anliegens als Gefallen, den ihr mir in Retour heute tun könnt.«

Sie beobachtete, wie drei Augenpaare sich auf sie richteten. Der Ausdruck lag irgendwo zwischen angespannter Erwartung und Schrecken. Die Chefin verkniff sich ein Schmunzeln.
»Es geht um einen kleinen Auftrag.«
Die Leiterin von Assur deutete auf einen Punkt auf der Karte hinter ihrem Schreibtisch. Ihr Finger zeigte auf einen Ort etwas weiter nördlich des Lagers inmitten eines dichten Waldgebietes. »Hier befindet sich das Dannken-Anwesen. Habt ihr davon gehört?«
Kaido nickte, ihre männlichen Kollegen schüttelten den Kopf. Dianara fuhr fort: »Vor zwei Jahren gab es einen … Zwischenfall dort. Vielleicht sind euch die Geschichten zu Ohren gekommen, die man sich darüber hier in Tanor-Assur erzählt. Falls ja: Die Hälfte davon ist nicht wahr. Der Rest ist bis heute ungeklärt.«
Sie wartete ab, um zu sehen, ob diese Tatsache irgendeine Reaktion bei ihren Zuhörern auslöste, konnte aber keine erkennen. Sie vermutete, dass ihr Frischlingstatus verhinderte, sich bei den Spekulationen über den Fall anzuschließen, der die älteren Agenten gelegentlich noch beschäftigte.
»Wir erhielten damals den Auftrag, einen Eindringling im Herrenhaus festzunehmen, also schickte man in dieser Nacht ein Einsatzteam aus Assur dort hinaus. Wir hörten nie wieder von ihnen.« Sie legte eine dramaturgische Pause ein, ehe sie fortfuhr: »Nach etwa einer Stunde machte sich eine zweite Einheit auf den Weg zum Dannken-Anwesen, da schon eine Weile kein Funkkontakt mehr bestand. Der Suchtrupp meldete, dass das Team das Haus offensichtlich nie erreicht habe, wenngleich ich anderer Meinung bin. Man fand keinerlei Spuren, die auf Ungewöhnliches deuteten, ein Unfall ist nicht bekannt. Das Einsatzteam ist damals verschwunden, ebenso wie ihr Fahrzeug. Der Wald sowie die Umgebung wurden wochenlang großflächig durchsucht, ohne Erfolg. Das Anwesen stellte sich als komplett menschenleer heraus und auch der Hausherr, Graf Dannken, gilt seitdem als vermisst. Ebenfalls seit diesem Vorfall wie vom Erdboden verschluckt sind die Haushälterin …«, Dianara zog ein Schriftstück zu sich und überflog einige Notizen, bevor sie fortfuhr: »… namens Elise Maria Donnard, und der Angestellte Pierre Lacompte. Das Herrenhaus wurde abgesperrt und die Türen versiegelt, die Fallakte aber nie komplett geschlossen. Da der alte Graf keine Kinder hat, ist die Frage, wem das Anwesen nun gehört, noch ungeklärt. Der Komplex gilt offiziell als möglicher Tatort einer ungelösten Mordserie, weswegen das Betreten streng untersagt ist.«
Sie sah die drei jungen Leute vor sich der Reihe nach an.
»Gemeinsam mit einem Wachdienst teilt sich der PSBD seitdem die routinemäßige Überwachung des Anwesens. Ein Team fährt hin, schaut nach dem Rechten, verjagt Kids vom Grundstück und überprüft die Versiegelung der Eingänge. Das Übliche. So läuft das seit Jahren. Und heute …«, sie beugte sich vor und lächelte, »… werdet ihr diese Aufgabe übernehmen.«
Aus Kaidos Blick sprach das buchstäbliche Entsetzen, doch die Chefin blieb ungerührt.
»Ihr fahrt hin und stellt sicher, dass sich keine gelangweilten Jugendlichen Zutritt verschafft haben, um dort ihre Party zu feiern. Ich erwarte, dass ihr das gesamte Haus vom Dach bis zum Keller durchsucht und ebenfalls die nähere Umgebung überprüft. Sind bis hierhin irgendwelche Fragen?«
Es gab keine.

»Ob ihr das bis Mitternacht schafft, kann ich nicht sagen, falls ihr euch deswegen sorgt. Ich erwarte, dass ihr den Auftrag gewissenhaft und gründlich ausführt. Ihr fahrt erst zurück, wenn alles durchsucht wurde – und damit meine ich wirklich alles! Euer schriftliches Protokoll liegt bis übermorgen hier auf dem Tisch! Ist das soweit klar?«
Dianara wartete das Nicken ihrer Untergebenen ab und nahm ihre Position vor dem Schreibtisch wieder ein. »Ihr müsst heute ohne einen Ausbilder klarkommen.« Das war ärgerlich, doch die wenigen diensthabenden Bereitschaftsagenten konnte sie zu keiner schnöden Hausdurchsuchung abziehen. »Damit ihr nicht die ganze Nacht braucht, werdet ihr Unterstützung von drei Tigern bekommen. Zumindest seid ihr nicht die Einzigen, die heute Strafdienst schieben müssen.«
Die Reaktion war vorauszusehen gewesen, und sie behielt recht. Nithas und Kaidos Gesichter blieben beinahe ausdrucklos. Lando bemühte sich, die Fassung zu wahren. Sein Blick aber sprach Bände.
Jeder wusste, dass es mit der gegenseitigen Sympathie von Tanor und Assur nicht zum Besten stand; daran hatte die räumliche Zusammenlegung der Lager dank einer unverständlichen, politischen Entscheidungen vor einem Jahr auch nichts geändert - ganz im Gegenteil. Die Grenze zwischen den separaten Spezialeinheiten war trotz bisheriger Bemühungen weder aus den Köpfen der Agenten, noch aus ihrer Symbolik verschwunden. Eine unsichtbare Linie quer durch den Ausbildungskomplex trennte die beiden Bezirke, und obwohl offiziell niemand laut darüber sprach, wusste jeder, wo sie sich befand. Eine Kooperation mit den Tigern, den Kollegen aus Tanor, war für eingefleischte Assur-Adler noch mehr Strafe als eine geplatzte Silvesterfeier und ein langweiliger Auftrag abseits der üblichen Aufgaben.
Dianara verengte die Augen zu schmalen Schlitzen und fixierte Lando kühl. »Ich dulde keine weiteren Streitigkeiten, die das Teamplay gefährden. Verhaltet euch anständig und ich vergesse das hier.«
Sie griff hinter sich und drehte das Visor noch einmal in ihren Händen. Dann zog sie eine mahnende Augenbraue hoch und reichte es Nitha, der es vorsichtig annahm und in seiner Brusttasche verschwinden ließ.
»Nicht im Unterricht«, wiederholte die Chefin.
Nitha nickte.
»Ist dann alles geklärt? Ihr macht euch am besten sofort auf den Weg. Ich sag Tanor Bescheid, dass ihr losgefahren seid; ihr trefft das andere Team vor Ort.« Dianara sah in drei resignierte Gesichter, ignorierte das aber im Wissen, drei Silvesterabende komplett ruiniert zu haben.
Die Chefin erhob sich und schloss das Fenster hinter ihrem Sessel, denn mittlerweile wurde es kalt im Raum. Dann drehte sie sich noch einmal um. »Ich will, dass du bei euch Dreien das Kommando übernimmst, Kaido. Ich übertrage dir die Verantwortung.«
Die Angesprochene nickte und der Chefin entging das aufflackernde Leuchten ihrer Augen nicht.
»Dann könnt ihr jetzt gehen«, sagte die Assurchefin. Damit war das Gespräch beendet. Kaido warf einen beiläufigen Blick auf die Wanduhr und senkte schuldbewusst den Kopf, als sie merkte, dass ihre Chefin sie beobachtete.
»Holt die Standardausrüstung oben ab.« Dianara ging um den Schreibtisch herum, um sie zur Tür zu bringen. »Gebt der Zentrale regelmäßig Rückmeldung. Und zieht euch warm an, heute Nacht soll es stürmisch werden.«
Sie wartete, bis die Jungpolizisten ihr Büro verlassen hatten, schloss die Tür und lehnte sich dagegen.
Sie hatte plötzlich ein ungutes Gefühl.


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Kelet

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7

Mittwoch, 31. August 2016, 21:39

Jetzt kann ich es richtig nachvollziehen wie das bei dir mit dem Überarbeiten abläuft.
Das ist wirklich unglaublich viel Arbeit.

Ist echt anstrengend und teilweise auch frustrierend.

So gerne ich deine Ausschweifungen und Umschreibungen mag,
gestrafft liest sich das Ganze doch um einiges spannender und flüssiger.

Danke für den Einblick in dein schriftstellerisches Schaffen :icon_schriftsteller2:!
Ich finde das Ganze ganz schön interessant :icon_nicken:.
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8

Donnerstag, 1. September 2016, 07:21

Es hatte Längen, jepp. Denke auch, daß Leute eher ein Buch von einem unbekannten Autor kaufen, wenns nicht ganz so lang ist. Man will ihn ja "antesten".

Was macht eigentlich der Verlag? Alles in trockene Tücher?

Mikael

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9

Donnerstag, 1. September 2016, 14:14

Schön wärs. :-/
Aber ich schätze, das kommt dann erst, wenn ich fertig bin. Ich muss das Teil ja erstmal in die Form bringen, dass Michael (genannt My oder Beckinsale) das haben will.

Bisher hab ich nur ein "Es kann bei mir rauskommen, wenn du das nochmal richtig überarbeitest und X, Y und Z soweit erledigt sind."
Deswegen hab ich ja ständig noch Panik, dass das böse Erwachen noch kommt. (siehe fieser Traum letztens)
Wirds nicht, sagt Marianne (jene welche mich ihm quasi hintenrum empfohlen hat/Lektorin/gute Bekannte von My und nebenbei auch bei ihm unter Vertrag). Was My sagt, hält er auch, sagt sie. Und ich soll aufhören, mir nen Kopf zu machen. Er wüsste, wenn jmd schreiben kann und sie auch, da würden Leseprobe und Exposé ausreichen.
Darauf vertraue ich jetzt mal. Bleibt mir eigentlich nichts anderes übrig.
Zumal eine andere mir bekannte Autorin mich auch fragte, ob My der Verleger wäre, mir dann gratulierte und meinte: "Cool! Der steht zu seinem Wort."
Ich denke mal, er hätte sein Interesse nicht bekundet, um dann nächstes Jahr "ach ne, jetzt doch nich mehr" zu sagen. Laut ihm kann das ein "gutes Stück Literarur" (<3) werden, wenn ich daran noch etwas feile.

My sagt halt, mein Manuskript ist mein Baby und ich soll es formen und "fertigstellen" und ihm dann geben, wenn es volljährig ist. ;-) Und dann arbeiten wir quasi nochmal an Feinheiten. (Und er sagte, dass Menschen auch nicht perfekt sind, wenn sie erwachsen bzw volljährig sind, aber das müssen sie auch nicht sein - und das Manuskript auch nicht.)

Das heißt: Erstmal bin ich jetzt ganz allein dran, es für ihn zu optimieren. Er hat mir gesagt, worums ihm bei der Korrektur geht, also worauf ich achten soll (bzw er achtet) und das tue ich jetzt. Und wenn ich damit durch bin, mach ich ne Schleife drum und gebs ihm und dann... schaumer mal. ;-)
"Mach was draus, My..."

Was ich jetzt halt, Szene für Szene, tue:

- Möglichst viele Hilfsverben ersetzen (hatte, war...)
- Möglichst viele unnötige Adverben und Attribute raus
- Verdopplungen raus (dazu neige ich, sagt My. Dinge wie: "Er suchte den Schalter und betätigte ihn" oder "Er ging zur Treppe und stieg die Stufen hoch". Das sind Handlungen, wobei man sich fragt: "Was soll er sonst damit tun?" - ergo überflüssig.)
- Zu ausufernde Beschreibungen raus; nur dann ausufernd beschreiben, wenn es die Situation erfordert. (zB in ner Actionszene interessiert keinen, wie die Möblierung aussieht. Die Umgebung beschreiben kann man dann, laut My, wenn auf dem Schlachtfeld keiner mehr zuckt.)
- Generell kürzen, straffen, Unnötiges weg, was den Plot nicht vorantreibt
- Auf die richtige Erzählperspektive achten und nicht hin und her springen (von einem Kopf zu nächsten)
- Microausdrücke reduzieren (man muss ja nicht jedes Augenzwinkern und Blinzeln beschreiben; auch nicht, in welcher Hand wer jetzt welche Taschenlampe hält - interessiert keine Sau)
- Drauf achten, das Show-Don't-Tell-Prinzip einzuhalten. => Nicht erklären, sondern es dem Leser durch Aktionen und Handlungen zeigen
- Kleinigkeiten und Feinheiten

Fürs Protokoll also:

Momentan sitze ich an: Kapitel III, Szene 4/9 -> Kaido findet das Haus, Abstieg in den Keller
Mit der AG bin ich mit Kapitel II durch, Mom ebenfalls.
Sis hat bis Ende Kapitel I alles nochmal umgegraben, vorhin das II. zugeschickt bekommen.


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10

Donnerstag, 1. September 2016, 17:38

Meinen ehrlichen Respekt. ich glaube ich wäre schon mit den Nerven durch. Oo

Mikael

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11

Donnerstag, 1. September 2016, 18:06

Bin ich zeitweise. *müde lächel*
Ganz ehrlich.

Ich fühl mich oft allein, manchmal überfordert, vor einem riesigen Berg an Zeugs - und bin froh, wenn mir manchmal jemand da die Hand reicht. Manchmal will ichs nur noch in die Ecke schmeißen und wieder mehr... leben. Aber ohne mich... schreibts ja keiner fertig und dann wäre alles umsonst. T___T

Danke @Respekt... irgendwie machts das grad schon wieder besser. Sieht ja kaum jemand, was für ne Arbeit das ist - ich sitze jeden Tag stundenlang daran und langsam tut mir jeder Knochen weh.

Aber wenn diese eine Verlagsoption meine Chance ist, auf die ich so viele Jahre gewartet habe, dann MUSS ich jetzt einfach nochmal die Zähne zusammenbeißen dafür. Und das irgendwie durchhalten, Schritt für Schritt.
Das ist, als würde man eine Skulptur aus Stein hauen.

Manchmal würd ich nur auch gern einfach draufschlagen. xD
Aber ich tus natürlich nicht.

PS: Heute war ich fleißig.
Kapitel III - Szenen 4/9 und 5/9 hab ich "fertig" und in die AG gestellt.

Blöder Wehrmutstropfen mal wieder: Musste grad wieder jemanden aus der AG streichen, Zeitmangel. Das ist wie bei den Testlesern - erst melden sich 30 und dann kommt von ca. 5 ein Feedback und vom Rest irgendwie nix mehr.
Ich mein, es ist nicht schlimm, schätze ich. Ich kann vieles mittlerweile selbst. Trotzdem hat das wirklich sehr geholfen. Ich hatte gehofft, sie würden länger dabeibleiben.


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12

Freitag, 2. September 2016, 05:42

Naja.. das ist ja auch kein "kleiner Gefallen", das ist Arbeit. Und da hört es bei vielen auf. Stell dir vor, du ziehst jeden Monat um und suchst Helfer. Einige winken direkt ab. andere erfinden Ausreden.. und einige denken vllt nach dem 10ten mal "ohne mich, mach doch selber".

Mikael

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13

Freitag, 2. September 2016, 08:31

Ja, ich weiß - deswegen bin ich umso dankbarer für die, die wirklich bis zum Schluss bleiben wollen. Das weiß ich zumindest von mindestens zweien in der AG, Nr. 3 ist grade im Urlaub, hat mir ähnliches aber auch schon gesagt, deswegen zähl ich sie mal dazu.
Ich helf einer davon im Gegenzug ja auch in ihrer AG bei ihrem Projekt, das ist dann Win-Win. ;)

Ich mein, AG heißt ja nicht umsonst "Arbeitsgruppe". Die wissen alle, dass das Arbeit ist - ist ja ne Schreiber-AG (und die haben sich immerhin freiwillig gemeldet dafür. Das ist bei deinem Beispiel dann so, als würden sich 10 Helfer anmelden und dir dann morgens am Umzugstag absagen, weil sie grade selber umziehen. Ho jaaa, dann meldet euch halt nicht!! ><).

Ohne Hilfe ist es einfach verdammt schwer. Manche behaupten, es wäre unmöglich, weil Testleser eben Dinge sehen, die einem selbst beim Schreiben überhaupt nicht mehr auffallen.

Gut, ich hab ja noch Hilfe - so isses ja nicht. Bin auch heute nicht mehr ganz so down wie gestern, irgendwie... steck ich manchmal mental wieder in nem kleinen Sumpf derzeit. Komm zwar wieder raus, aber ich hab etwas Angst vorm Herbst. Muss mal gucken, ob ich mir mal wieder so ne Präventiv-Rettungsdosis Johanniskraut besorge - Dunkle Jahreszeit is coming oder so.


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14

Montag, 5. September 2016, 10:24

weil Testleser eben Dinge sehen, die einem selbst beim Schreiben überhaupt nicht mehr auffallen.
Deswegen kann ich dir da auch nicht groß helfen, weil ich

1. ein großer Fan von dir bin und alles was du schreibst durch eine rosa Wolke sehe, objektiv denken kann ich da nicht,
wenn ich jedes deiner Worte in mich aufnehme :icon_herzen03: .

2. überhaupt keine Ahnung habe wie man ein Buch schriebt, das der breiten Masse gefallen würde,
da bin ich halt ein absoluter Laie :icon_nixweiss: .
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15

Dienstag, 4. Oktober 2016, 16:59

Ich hab diesen Thread auch mal hierher verschoben, ist ja eigentlich auch nichts anderes als Kreativarbeit. Und Hobby. Noch. *_*

Statusupdate:

Mittlerweile hab ich wieder zwei neue AG-Testleserhelfer, die sich durchaus begeistert zeigen. Freut mich wahnsinnig, eben weils auch Autoren sind - wenn die lesen und sagen "Das Teil ist irre gut", dann grinse ich im Kreis. :D

Hänge immer noch beim dritten Kapitel, hab das allerdings jetzt vorhin erstmal für mich abgehakt und mach mit dem Vierten weiter, während ich nachträglich noch Kleinigkeiten einarbeite.
Hab viele schöne Einfälle eingearbeitet, die andere noch hatten.

Langsam hab ich tatsächlich das Gefühl, aus dem Rohstoff einen echten Diamanten zu hauen. Damn, ich bin so stolz drauf! Allerdings frisst das Teil wirklich sämtliche Freizeit im Moment und das tut mir total leid, weil ich den Eindruck habe, wirklich alles andere komplett zu vernachlässigen. ~_~
Wünschte manchmal, ich hätte diesen Zeitdruck nicht. Aber ich hab so Angst, dass ich diese grobe Deadline nicht schaffe, weil ich zu viel rumbummle und das ist doch immerhin das, wovon ich jahrelang geträumt habe.

Dazu bin ich mittlerweile auch noch in vier anderen AGs unterwegs. Freut mich auch, denn offenbar wird meine Meinung bei den anderen Autoren tatsächlich geschätzt, so dass sie mich fragen, ob ich ihnen helfe. <3 Find ich super.
Aber auch das frisst Zeit.

Hmpf.

Naja, momentan gehts ganz gut voran - ich wollte ja eigentlich Kapitel 4 soweit schaffen, dass ichs Sis noch schicken kann, ehe sie mit Nachwuchs komplett ausgelastet ist, aber da sie seit heute im KH ist und quasi wartet, sieht das schlecht aus.


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16

Mittwoch, 5. Oktober 2016, 22:47

Mittlerweile hab ich wieder zwei neue AG-Testleserhelfer, die sich durchaus begeistert zeigen.
Wow, cool :)!
Langsam hab ich tatsächlich das Gefühl, aus dem Rohstoff einen echten Diamanten zu hauen.
Das Gefühl muss ja unbeschreiblich sein... :icon_biggrin2: .
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17

Samstag, 5. November 2016, 14:53

Mal zwischendurch wieder ein Update (dann hab ich das Gefühl, dass ich voran komme. >>):

AG-Status: Sind jetzt soweit zu 95% mit Kapitel 5 durch (vereinzelte Schnell-Leser auch schon beinahe das 6., aber das hab ich selbst noch nicht komplett durch.) -> abgehakt hab ich also bis Seite 233 von 656, etwas mehr als ein Drittel.
[Weil ich mittlerweile die Kapitelstruktur geändert habe:
Ende Kapitel 5: Zeitstillstand, Explosion im Labor, Wonder flieht...
Ende Kapitel 6: Lando tot, Wonder trifft auf seine Schöpfung, Rest verstreut und das Chaos bricht aus - nur um das zeitlich einzuordnen. ;-)]

Ich hab für heute noch einiges an Änderungen vor mir, ehe ich weitermachen kann. Kleinigkeiten, aber zum Teil wichtig für logische Bezüge. (Zum Beispiel ist es unklug, aus Wollpullis Verbände zu basteln - weil fusselt, und Nitha sollte eventuell nicht einfach an Eisenstäbe packen, die unter Strom stehen könnten.)

Gestern gabs nen kleinen "Tiefpunkt" (was eher an meiner Verfassung lag, schätze ich), als mir ein Logikfehler aufgezeigt wurde, der mir durchaus bewusst ist, den ich allerdings nicht ändern kann, ohne WM in die Tonne zu treten, weil das zu den elementaren Basics der Story gehört. (Hat was mit dem Zeitstillstand zu tun.)
In dem Zusammenhang hab ich gestern das Wort "Lampshading" (oder Lampshade Hanging) gehört und gelernt, und konnte das Problem zum Glück abhaken, ohne zusammen mit meinem Manuskript Selbstmord zu begehen. ;-P
[Zur Erklärung: Lampshading ist ein Stilmittel für Autoren oder Filmemacher, um über unlogische oder "schlechte" Plotlöcher hinwegzukommen, indem man sie nicht unter den Tisch kehrt, sondern extra draufzeigt. ;-)
Wenn also etwas extrem unlogisch ist, kann man das die Protas ruhig selbst mal erwähnen lassen - dann ist es Unlogik mit System. ^^] Mein Vorschlag, mein Problem zu lampshaden wurde zumindest seitens jenes Kritikers sehr begrüßt und nun isses zum Glück keins mehr.

Ansonsten versuch ich nach wie vor, Kaido weniger "klischeehaft weiblich" rüberkommen zu lassen (ohne ihren Charakter zu verbiegen), mehr Tempo in die Story zu kriegen und die Spannung zu erhöhen. Und nebenbei hab ich bald fast 100 Seiten weniger, ohne essentielle Dinge gelöscht zu haben - das ist schon echt beeindruckend, find ich.

Soviel dazu, ich geh mal wieder an die Arbeit und meld mich, wenn ich die Hälfte geschafft habe.


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18

Samstag, 5. November 2016, 22:00

Zitat

Die willentliche Aussetzung der Ungläubigkeit (engl. willing suspension of disbelief) ist eine Theorie, die das Verhalten von Menschen gegenüber künstlerischen Werken zu erklären versucht.

Die Theorie wurde 1817 von dem Dichter, Literaturkritiker und Philosophen Samuel Taylor Coleridge formuliert. Sie bezieht sich auf die Bereitschaft eines Rezipienten, die Vorgaben eines Werkes der Fiktion (etwa eines Romans oder eines Spielfilms) vorübergehend zu akzeptieren, sogar wenn diese fantastisch oder unmöglich sind. Sie erklärt auch, warum das Wissen des Publikums um die Fiktivität des Erzählten sich nicht störend auf den Kunstgenuss auswirkt.

Gemäß dieser Theorie ist die willentliche Aussetzung der Ungläubigkeit ein quid pro quo mit dem Werk: Der Leser oder Zuschauer willigt ein, sich auf eine Illusion einzulassen, um dafür gut unterhalten zu werden.


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19

Sonntag, 6. November 2016, 23:16

In dem Zusammenhang hab ich gestern das Wort "Lampshading" (oder Lampshade Hanging) gehört und gelernt, und konnte das Problem zum Glück abhaken, ohne zusammen mit meinem Manuskript Selbstmord zu begehen. ;-P
[Zur Erklärung: Lampshading ist ein Stilmittel für Autoren oder Filmemacher, um über unlogische oder "schlechte" Plotlöcher hinwegzukommen, indem man sie nicht unter den Tisch kehrt, sondern extra draufzeigt. ;-)
Wenn also etwas extrem unlogisch ist, kann man das die Protas ruhig selbst mal erwähnen lassen - dann ist es Unlogik mit System. ^^] Mein Vorschlag, mein Problem zu lampshaden wurde zumindest seitens jenes Kritikers sehr begrüßt und nun isses zum Glück keins mehr.
Klasse, dass sowas gibt.
Diesen Logikfehler fand ich gar nicht oder wollte nicht finden, weil ich einfach zu gut unterhalten wurde,
von deinem Buch ;).
Die andere Sache ist: Ich gehöre eher zu den Genießern und nicht zu den Kritikern :icon_nixweiss:.
Ansonsten versuch ich nach wie vor, Kaido weniger "klischeehaft weiblich" rüberkommen zu lassen (ohne ihren Charakter zu verbiegen), mehr Tempo in die Story zu kriegen und die Spannung zu erhöhen. Und nebenbei hab ich bald fast 100 Seiten weniger, ohne essentielle Dinge gelöscht zu haben - das ist schon echt beeindruckend, find ich.
Dass du das so kannst, finde ich total beeindrückend :icon_2thumbs: .
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